Bäuerinnen-Reise nach Russland: Vom Glanz der Zaren bis zur Milchwirtschaft

Viele Eindrücke konnten die Funktionärinnen der Bäuerinnenorganisation vom OÖ Bauernbund von ihrer Reise nach Moskau und St. Petersburg mitnehmen.

Die Reisegruppe vor der Eremitage (Foto OÖ Bauernbund/Naderer)

Beeindruckt von den pompösen Städten und mit viel Wissenswertem über die Entwicklung Russlands sowie dessen System der Landwirtschaft kehrten die Bäuerinnen von ihrer Reise zurück, die sie von Mittwoch bis Sonntag nach Moskau, St. Petersburg und umliegende Regionen geführt hatte.

Goldene Kuppeln und prächtige Paläste

Der Glanz der Zarenzeit ist in Moskaus Altstadt an fast jeder Straßenecke sichtbar. Die Kirchen mit ihren goldenen Kuppeln haben dank ihrer Umwidmung zu Museen den Kommunismus beinahe unbeschadet überstanden und wurden in den vergangenen Jahren teilweise der Kirche wieder zurückgegeben. Standbilder der Zaren und großen Feldherren wechseln sich in der Stadt mit Denkmälern von Karl Marx und russischen Dichtern ab. Der rote Platz vor dem Kreml ist in der jüngeren Vergangenheit öfters gesperrt. Die Moskauer Bevölkerung nimmt das aber mit fast stoischer Gelassenheit hin, wie so vieles in diesem Land.

Generell ist in Moskau mit seinen zwölf Millionen Einwohnern alles sehr groß dimensioniert: Die Kirchen, die Hotels, die Wohnhäuser und der 110 km lange Autobahnring rund um Moskau, auf dem es täglich quasi rund um die Uhr staut. Das verwundert aber nicht, hat doch die Zahl der PKWs in den vergangenen fünf Jahren um 300 Prozent zugenommen, wobei die Straßen bei diesem Fortschritt bei weitem nicht mithalten konnten. Die Moskauer sind es daher gewohnt,
mit der U-Bahn zu fahren, die ab 1938 gebaut wurde und sich über die
ganze Stadt erstreckt. Die einzelnen Stationen sind kunstvoll mit Kronleuchtern, Mosaiken und Marmor gestaltet, weshalb sie auch die „unterirdischen Schlösser“ genannt werden.

Klein sind hingegen die Wohnungen der Moskauer, was auch den Unterschied in der Bevölkerung zwischen arm und reich deutlich zum Ausdruck bringt. Oft ist für eine Familie nur 14 bis 20 m² Platz, weshalb sie landläufig als „Stehwohnungen“ bezeichnet werden. Auch das Durchschnittseinkommen ist sehr niedrig. Die Arbeitslosenquote beträgt in Moskau nur 0,3 Prozent.

Landwirtschaft erlebt einen Boom

Sehr interessant war für die Bäuerinnengruppe der Besuch eines Milchviehbetriebes im Raum Moskau, der von der österreichischen Firma Schaumann betreut wird. Dort war deutlich zu spüren, dass die junge Generation der russischen Landwirte leistungsbereit und innovativ ist. 450 Milchkühe der Rasse Holstein und rund 300 Stück Nachzucht und Kälber stehen am Betrieb. Mit acht Melkrobotern werden täglich etwa 10.000 kg Milch gemolken, die Kühe erreichen im Schnitt nur 2,7 Laktationen. Die Arbeiter auf dem besuchten Betrieb verdienen doppelt so viel wie ein Arbeiter in der Stadt. Nur so könnten gut ausgebildete und motivierte Mitarbeiter gefunden werden, erklärte der Leiter der Sowchose.

Der Milchpreis in Russland ist gut, er beträgt derzeit 30 Rubel, was fast 50 Cent sind. Generell erlebt die Landwirtschaft in Russland einen bemerkenswerten Boom. Importe wurden in den vergangenen Jahren zu einem hohen Prozentsatz durch heimische Waren ersetzt. Die Hintergründe: Ein Aufholprozess der Landwirtschaft hat eingesetzt, der auch große Investoren auf den Plan gerufen hat. Durch die massive Abwertung des Rubels sind russische Waren wettbewerbsfähiger geworden. Und nicht zuletzt haben die russischen Landwirte wegen Putins Einfuhrverboten durch das Russland-Embargo kaum noch Konkurrenz.

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