Borkenkäfer-Problematik in Oberösterreich

Durch den Borkenkäfer – genauer gesagt, den Buchdrucker – sterben in Oberösterreich momentan großflächige Fichtenbestände ab.

Die Fraßzeichen der Borkenkäfer-Larven zeigen die Befallsdichte unter der Rinde (Bild: LK OÖ/Stollmayer)

„Die Niederschlagsdefizite und die anhaltend langen Hitzeperioden haben zu einer noch nie da gewesenen Verbreitung des Buchdruckers geführt. In den trockenen, tiefer gelegenen Regionen sind die Schäden massiv. Wenn man bedenkt, dass nun bereits die zweite Generation an Borkenkäfern ausgeflogen ist, es möglicherweise sogar eine dritte Generation geben wird, wird ersichtlich, vor welcher Problematik wir in manchen Regionen stehen“, erklärt LK-Präsident Ing. Franz Reisecker bei einem Lokalaugenschein.

Schnelligkeit ist Gebot der Stunde
Normalerweise lässt sich ein Borkenkäferbefall am Baum ablesen. In diesem Jahr ist es so, dass der Befall so stark ist, dass die Käfer bereits den Baum schon wieder verlassen und zum nächsten übergegangen sind, bevor der Baum Befallszeichen zeigt. Lediglich durch Bohrmehl am Boden bzw. Harzfluss am Stamm lassen sich die Befallsherde feststellen. Unter die Rinde geblickt, lässt sich anhand der sich überlagernden Fresskanäle klar erkennen, dass es mehr Larven als Fressgrundlage gibt. „Die betroffenen Bauern sind – mitten in der Erntesaison – beim intensiven Aufarbeiten. Betroffen sind auch Waldgebiete, die permanent gesund gehalten wurden und nun teilweise gerodet werden müssen. Waldarbeit heißt Planen und Arbeiten in Generationen. Bäume, die heute gepflanzt werden, können erst von den Kindeskindern geerntet werden. Schäden, die heute passieren, versorgen zwei Generationen mit viel Arbeit, aber ohne Erträge. Das muss einem in diesem Zusammenhang bewusst sein“, so der Franz Kepplinger, Obmann des bäuerlichen Waldverbandes. 

Gemeinsames und koordiniertes Vorgehen notwendig
Nach den Bestimmungen des Forstgesetzes ist die Waldeigentümerin bzw. der Waldeigentümer verpflichtet, Augenmerk auf die Gefahr des Auftretens von Schädlingen zu richten und den Borkenkäferbefall entsprechend zu bekämpfen. Wahrnehmungen über eine gefahrdrohende Vermehrung sind der Forstbehörde umgehend zu melden. Wichtig ist dabei eine gute Gesprächsbasis zur Waldnachbarin bzw. zum -nachbarn. Denn Waldeigentümerinnen und -eigentümer sollten sich auch gegenseitig auf Befallsherde aufmerksam machen. Seitens der Behörde kann der Eigentümerin bzw. dem Eigentümer die Aufarbeitung des Schadholzes durch Bescheid aufgetragen werden. Die wirkungsvollsten Borkenkäferbekämpfungsmaßnahmen sind die saubere Waldbewirtschaftung, ein frühzeitiges Aufarbeiten und das zeitgerechte Entfernen frisch befallener Bäume aus dem Wald. Wichtig ist, dass im Wald auch Kronenteile und sonstige Resthölzer beseitigt werden. Durch die genannten Maßnahmen werden sowohl die Käfer als auch die Käferbrut vernichtet sowie Neubefall und eine weitere Vermehrung der Käfer verhindert. „Nur durch gemeinsame und koordinierte Maßnahmen kann größerer Schaden verhindert und die Borkenkäfergefahr entsprechend eingedämmt werden“, sagt der Landesobmann und Agrarlandesrat Max Hiegelsberger. 


Deine Unterstützung zählt!

Aktuelle Sprechtage

August 2017

Regional

Anmeldung

Geben Sie Ihren Benutzernamen und Ihr Passwort ein
Anmelden
nach oben