Früher Ostertermin 2018 - eine Herausforderung für die Eierproduzenten

Kennzeichnung bei Produkten mit Ei-Anteil wird gefordert.

„Die wirtschaftliche Situation für die Legehennenhalter muss sich wieder bessern“, betonen ÖR Franz Reisecker (r.), Präsident der LK OÖ und ÖR Franz Karlhuber, Obmann des Landesverbandes der landwirtschaftlichen Geflügelwirtschaft OÖ (Bild: LKOÖ)

5% sind Oster- und Jauseneier (Bild: AMA-Marketing)

Ostern fällt immer auf den ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond im Frühling, dies ist heuer der 1. April und somit feiern wir heuer Ostern sehr früh. Dieser frühe Ostertermin stellt Bauern, Färbereien und Packstellen vor eine große Herausforderung, denn die zusätzliche Nachfrage aufgrund der Osterzeit neben dem kontinuierlich laufenden Haushaltseinkauf und der Nachfrage aus dem Wintertourismus verlangt enorme Stückzahlen an Eiern. Die wirtschaftliche Situation der Legehennenhalter ist zurzeit nicht zufriedenstellend: Die höheren Produktionsstandards, die durch das Ende der Käfighaltung bedingt sind, werden durch die Preise am Markt nicht abgegolten.

 

Fünf Prozent des Eiverzehrs sind Oster- und Jauseneier

Etwa 12 Millionen Eier werden in Oberösterreich rund um Ostern verzehrt. Von den durchschnittlich acht Ostereiern, die pro Kopf und Österreicher gegessen werden, werden bereits sechs Stück fertig gekocht und gefärbt gekauft. In Familien mit Kindern ist das Erlernen des Selberfärbens aber nach wie vor eine beliebte Tradition. Das gekochte Ei hat jedoch auch nach Ostern in Form von Salat- oder Jauseneiern ganzjährig Saison. Die Bemühungen der Branche für das Marketing zum Jausenei tragen langsam Früchte.

 

Kennzeichnung auch bei Verarbeitungsprodukten mit Eianteil EU-weit umsetzen

Überall dort, wo die heimischen Konsumenten selbst die Wahl haben und eine klare Kennzeichnung – wie beim Schalenei – vorhanden ist, fällt die Kaufentscheidung eindeutig zugunsten heimischer Qualitätseier aus. Aber auch in über 800 Lebensmitteln des täglichen Bedarfes sind Eiprodukte (z.B. Flüssigei, getrocknetes Vollei, Eiweiß oder Eidotter) enthalten. Auch die Gastronomie braucht in großem Umfang Eier. „Bei Lebensmitteln wie Nudeln oder Backwaren und in der Gastronomie fehlt eine klare Kennzeichnung hinsichtlich Herkunft und Haltungsform und damit auch die Möglichkeit für den Konsumenten, selbst zu entscheiden, zu welcher Herkunft er greifen möchte", stellt Reisecker fest.

Etwa 15 Prozent des heimischen Eierbedarfes werden durch nicht in Österreich erzeugte Eier, meist aus der Käfighaltung, abgedeckt. Nicht deshalb, weil Österreichs Bauern nicht in der Lage wären, diese Menge selbst zu produzieren, sondern weil Käufer die geringfügig billigeren ausländischen Käfigeier den heimischen Eiern aus tierfreundlichen Haltungsformen vorziehen.

Diese 15 Prozent entsprechen einer Menge von ca. 380 Millionen Eier pro Jahr, welche von ca. 1,44 Millionen Legehennen gelegt werden. „Die fehlende verpflichtende Kennzeichnung hinsichtlich Haltungsform und Herkunft bei Verarbeitungsprodukten im Lebensmitteleinzelhandel und in der Gastronomie schwächt die Marktposition österreichischer Erzeuger. Eier aus der EU-rechtlich noch erlaubten Form der Käfighaltung in sogenannten ,ausgestalteten Käfigen‘ drängen auf den österreichischen Markt und setzen unsere Eierproduzenten einem ruinösen Preiskampf aus", zeigt Präsident Reisecker die schwierige wirtschaftliche Situation betroffener Betriebe auf.

Deshalb fordert die Landwirtschaftskammer OÖ die verpflichtende Kennzeichnung für Verarbeitungsprodukte mit Eianteil im Lebensmittelhandel und in der Gastronomie hinsichtlich Herkunft und Haltungsform. „Nachdem nun auch Verarbeitungseier wie Flüssigeiprodukte mit dem AMA-Gütesiegel zur Verfügung stehen, besteht auch bei Fertigprodukten die Möglichkeit, Herkunftsland und Haltungsform zu deklarieren", so Reisecker. Mit dem Bau des EiVita Werkes in der Steiermark wird nun seit mehr als zwei Jahren auch Eitrockenpulver aus heimischer Ware erzeugt.

Küchen in Krankenhäusern und öffentlichen Einrichtungen sind besonders gefordert

Es zeigt sich, dass Krankenhäuser und Küchen in öffentlichen Einrichtungen überwiegend keine Eiprodukte aus Österreich kaufen. Sie kaufen zwar bei österreichischen Firmen bzw. Händlern. Die dort verarbeiteten Eier werden jedoch billigst im Ausland gekauft. In nahezu 100 Prozent der Fälle handelt es sich um Eier aus Käfighaltungen, also aus einer Haltungsform, die in Österreich verboten ist. Europaweit werden auch in Zukunft ca. 50 bis 60 Prozent aller Hennen in „ausgestalteten“ Käfigen gehalten. Weltweit liegt dieser Wert bei über 90 Prozent. „Die Landwirtschaftskammer OÖ fordert alle Versorgungseinrichtungen, die direkt oder in einem Naheverhältnis zum Land OÖ oder zur Republik Österreich stehen, auf, dafür zu sorgen, dass Schaleneier und Eiprodukte ausschließlich von österreichischen Legehennen mit dem AMA-Gütesiegel bezogen werden“, verdeutlicht Reisecker.

 

OÖ an der Spitze der Bioei-Erzeuger

Von den knapp 1,1 Millionen Legehennen, die in Oberösterreich gehalten werden, sind 156.000 oder 14,45 Prozent Bio-Legehennen. Damit ist der Bio-Anteil in Oberösterreich höher als in den anderen wichtigen Eier-Produktionsländern: In der Steiermark gibt es 10,58 Prozent Bio-Hennen, in Niederösterreich 8,03 Prozent.

„Oberösterreich ist in Bezug auf Bio- und Freilandhaltung das Vorzeigebundesland. Die Käfighaltung wird nächstes Jahr in Österreich der Vergangenheit angehören, da diese auf den letzten verbliebenen Betrieben mit Ende Dezember 2019 einzustellen ist. Ab 1. Jänner 2020 ist Österreich das einzige Land in der EU, welches den Titel ,käfigfrei‘ in Anspruch nehmen kann“, erläutert Reisecker.


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