Jetzt gegen Handelspakt Mercosur unterschreiben

Nicht jedes Freihandelsabkommen ist schlecht. Beim geplanten Abkommen mit Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay droht die Landwirtschaft allerdings unter die Räder zu kommen. Der Bauernbund hat eine Unterschriftenaktion gestartet.

Beim geplanten Abkommen mit Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay droht die Landwirtschaft unter die Räder zu kommen (Foto: Bauernzeitung)

Mercosur steht für Mercado Común del Sur und bedeutet „Gemeinsamer Markt des Südens“. Seit mittlerweile fast 20 Jahren versucht die EU ein Freihandelsabkommen mit diesen südamerikanischen Ländern Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay abzuschließen. Zwei Versuche sind bislang gescheitert. Nun wird aber wieder intensiv verhandelt und ein Abschluss im Herbst 2018 angestrebt. 

Unfairer Wettbewerb

„Gut ausverhandelte Freihandelsabkommen bringen Chancen sowohl für die Wirtschaft als auch die Landwirtschaft mit sich. Neue Arbeitsplätze können geschaffen und zusätzliches Einkommen lukriert werden“, stellt Bauernbund-Direktorin Maria Sauer klar. Beim Mercosur-Abkommen sehe das aber anders aus. 

Mit dem Abkommen drohen unfaire Wettbewerbsbedingungen für die heimische Landwirtschaft. Hauptproblem sind die von den Mercosur-Staaten geforderten hohen Importquoten in den EU-Markt. Derzeit geht man von einem Rindfleischkontingent von 99.000 Tonnen und einem Zuckerkontingent von 100.000 Tonnen aus. Mengen, die der europäische Markt wohl kaum verkraften könnte, zumal schon jetzt über 75 Prozent der europäischen Rindfleisch-Importe aus den Mercosur-Ländern stammen und auch die Lage am europäischen Zuckermarkt ohnehin äußerst angespannt ist. „Die kleinstrukturierten, bäuerlichen Familienbetriebe in Österreich und auch Europa können mit den gigantischen Agrarbetrieben in Südamerika nicht konkurrieren“, betont Sauer. Auf oft gerodeten Regenwaldflächen produzieren Landwirte in den Mercosur-Staaten um bis zu 50 Prozent günstiger als etwa österreichische Bäuerinnen und Bauern. Zudem ist auch das Produktionsniveau in punkto Pflanzen- und Tierschutz von europäischen Standards weit entfernt. Natur- und Umweltschutz spielen kaum eine Rolle. 

Unterschriftenaktion des Bauernbundes
Bauernbund-Vertreter haben mehrfach betont, dass ein Mercosur-Abkommen unter diesen Voraussetzungen keine Zustimmung der landwirtschaftlichen Vertretung findet. Der Widerstand auf allen Ebenen, unter anderem auch vom europäischen Bauernverband COPA, habe einen Abschluss bisher verhindert, ist die landwirtschaftliche Interessensvertretung überzeugt. 

Um diesem Widerstand noch mehr Ausdruck zu verleihen, hat der oberösterreichische Bauernbund eine Unterschriftenaktion gegen den Handelspakt initiiert. Ab sofort können Bäuerinnen und Bauern und Konsumentinnen und Konsumenten gegen unfaire Bedingungen für die Landwirtschaft unterschreiben. 

Die Unterschriftenlisten werden per Mail an die Bauernbund-Obleute versandt. Zusätzlich steht die Unterschriftenliste online unter www.ooe.bauernbund.at zum Download zur Verfügung.

Begleitschreiben
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