BIO-Audit erfordert Anpassungen

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Mit dem Titel „Der Weg zu BIO 2021 – BIO Verordnung und BIO Audit“ ist ein Rundschreiben an rund 18.000 Bio-Betriebe in ganz Österreich versandt worden. Hintergrund sind notwendige Anpassungen zum verpflichtenden Mindestausmaß der Weidehaltung von Rindern, Schafen, Ziegen und Pferden bei Bio-Betrieben.

Biologische Landwirtschaft hat einen hohen Stellenwert in der österreichischen Agrarpolitik. 2019 gab es in Österreich rund 24.000 Bio-Betriebe und es wurde mehr als ein Viertel der landwirtschaftlich genutzten Fläche biologisch bewirtschaftet.

Der Sektor ist in den nächsten Jahren mit sich verändernden rechtlichen Rahmenbedingungen konfrontiert. 2021 tritt eine neue EU-Bio-Verordnung in Kraft, die zahlreiche Veränderungen für die Bäuerinnen und Bauern mit sich bringen soll. Im Jahr 2017 prüfte die Europäische Kommission die Umsetzung der derzeit gültigen EU-Bio-Verordnung und die dazugehörigen Durchführungs-Verordnungen. Das Audit der EU-Kommission bringt die Notwendigkeit folgender Anpassungen mit sich.

INHALTE

Neben den strengeren Kontrollen des Lebensmitteleinzelhandels sind von den Anpassungen aber vor allem die BIO-Betriebe betroffen. Besonderen Anpassungsbedarf gibt es jedoch im Bereich der Weidehaltung. Ab dem Jahr 2020 muss jeder Bio-Betrieb, der Rauhfutterverwerter (Rinder, Schafe, Ziegen oder Pferden) hält, den Tieren Zugang zur Weide ermöglichen.

Ab 2020 werden jedenfalls die bisherigen Ausnahmen von der Weideverpflichtung entfallen:

• Die Entfernungen und die Erreichbarkeiten der Weidefläche können nicht mehr berücksichtigt werden.

• Ackerflächen werden bis zu einem bestimmten Prozentsatz in die weidefähigen Flächen miteinbezogen.

• Es ist davon auszugehen, dass auf jedem Betrieb bereits ab 2020 ein überwiegender Teil der Tiere auf der Weide gehalten werden muss.

AUSBLICK

Für die Betriebe ist es sehr wichtig, dass sie die Möglichkeit bis zum 16. Dezember 2019 in die ÖPUL-Maßnahme „Tierschutz-Weide“ einzusteigen, welche eine Leistungsabgeltung für die Weidehaltung für das Jahr 2020 und darüber hinaus ermöglicht, nutzen.

Damit die Betriebe möglichst gut auf die neuen Rahmenbedingungen vorbereitet sind, sollten die Betriebe das umfassende Beratungsangebot der Landwirtschaftskammern bzw. von BIO AUSTRIA in Anspruch nehmen.

Das Bundesministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Konsumentenschutz (BMASGK), das Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus (BMNT), die Landwirtschaftskammer Österreich und BIO AUSTRIA informieren betroffene Betriebe mittels Sonderinformation und geben Auskunft.

UNSERE STANDPUNKTE

Bauernbund-Präsident Georg Strasser: „Über alle Verbands- und Parteigrenzen hinweg ist die biologische Wirtschaftsweise in den vergangenen Jahren gestützt und ausgebaut worden. Wir sind das Bioland Nummer Eins in Europa. Allesamt haben wir uns für den österreichischen Bio-Weg entschieden und mit bestem Wissen und Gewissen national gesetzeskonforme Regelungen für Bio-Betriebe erwirkt. Genau diesen Umstand will die EU-Kommission künftig nicht mehr akzeptieren. Wir werden jetzt alles daran setzen, für die bäuerlichen Familienbetriebe und die Branche - in Abstimmung mit der EU-Kommission - praxistaugliche Lösungen zu erwirken.“

Bauernbund-Direktor Norbert Totschnig: "Bitte nutzt das umfassende Beratungsangebot, um bestmöglich auf die Herausforderungen vorbereitet zu sein. Die weiteren detaillierten Anforderungen der zukünftigen Weidehaltung für Bio-Betriebe werden aktuell mit der Europäischen Kommission geklärt. Wir informieren umgehend, sobald konkrete, haltbare Informationen außer Streit stehen."

Quelle: Österreichischer Bauernbund


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