Zusammen neue Wege gehen

Die Ergebnisse der Nationalratswahl 2017 sowie die Kandidaten im Überblick.

Mit Klaus Lindinger (29 Jahre, OÖ Bauernbund) und Claudia Plakolm (22 Jahre, JVP OÖ) ziehen zwei junge Oberösterreicher in den Nationalrat.

Die OÖ Bauernbund Kandidat/innen sammelten insgesamt über 19.900 (!) Vorzugsstimmen.

Am späten Donnerstagabend, 19. Oktober, war das Ergebnis der Nationalratswahl komplett: Die ÖVP bleibt auch nach Auszählung sämtlicher Wahlkarten der klare Sieger mit 31,5 Prozent (%) der Stimmen. An Mandaten ergibt sich gegenüber dem Ergebnis der Nationalratswahl 2013 folgendes Bild: ÖVP 62 (+15), SPÖ 52 (+0), FPÖ 51 (+11), Neos 10 (+1) und Pilz (8 Mandate). Die Erhöhung ihres Mandatsstandes erreichte die ÖVP vor allem für Direktmandate in den Wahlkreisen. Demnach kommen bei der ÖVP 38 Mandate aus den Wahlkreisen (+13), 16 aus den Landeslisten und 8 Mandate über die Bundesliste.


Oberösterreich wird künftig mit 11 Mandataren im Nationalrat vertreten sein.

Neu in den Nationalrat ziehen Claudia Plakolm aus Walding – sie ist mit 22 Jahren die mit Abstand jüngste Abgeordnete im Nationalrat, Johanna Jachs (25) aus Freistadt, Klaus Lindinger aus Fischlham (29) und Klaus Fürlinger (52) aus Linz. Ihre Mandate behalten August Wöginger, Manfred Hofinger, Michael Hammer, Angelika Winzig, Johann Singer und Nikolaus Prinz. Für Nikolaus Prinz soll dem Vernehmen nach ein Halbzeitlösung vorgesehen sein. Über die Bundesliste wird aller Voraussicht nach Efgani Dönmez einziehen. Der Oberösterreichische Bauernbund ist somit weiterhin mit 3 Mandataren im Nationalrat vertreten.

Insgesamt haben die Kandidatinnen und Kandidaten des OÖ Bauernbundes 18591 Vorzugsstimmen bekommen. Dabei haben Manfred Hofinger im Wahlkreis Innviertel 3562, Klaus Lindinger im Wahlkreis Hausruckviertel 4091 und Nikolaus Prinz im Wahlkreis Mühlviertel 5085 Vorzugsstimmen erhalten. Vorzugsstimmenkaiser in Oberösterreich sind August Wöginger mit 7110 Stimmen vor Johann Singer mit 7040 Stimmen.

ÖVP-Bundesparteiobmann Sebastian Kurz erhält als Chef der stimmenstärksten Partei den Auftrag zur Regierungsbildung von Bundespräsident Alexander Van der Bellen. Sebastian Kurz wird wohl der mit Abstand jüngste Bundeskanzler, den Österreich je hatte und auch weltweit einer der jüngsten Regierungschefs werden. 

 

Starkes Stadt-Land- Gefälle

Eine Auswertung der APA zeigt ein starkes Stadt-Land-Gefälle: Während die SPÖ im urbanen Raum zulegen konnte, hätten ÖVP und FPÖ in ländlichen Gemeinden eine Zweidrittelmehrheit. Allerdings hat die ÖVP im Vergleich zu 2013 auch im städtischen Raum deutlich aufgeholt, während sie ihren Vorsprung auf die SPÖ am Land sogar noch ausbauen konnte. Am stärksten ins Auge stechen beim Vergleich der Wahlergebnisse in Stadt und Land zwei Werte: 38 Prozent hat die ÖVP in ländlichen Gemeinden eingefahren. Das sind gemäß EU-Klassifikation jene 1714 Kommunen, wo mehr als die Hälfte der Bevölkerung in dünn besiedelten Gebieten lebt. 
In den städtischen Gemeinden und Vorstädten sind die drei großen Parteien annähernd gleich stark. Die ÖVP kommt auf 29,1 Prozent der Urnen-Stimmen, SPÖ und FPÖ auf je 28 Prozent. Und: gegenüber der Wahl 2013 haben Schwarze und Blaue hier massiv aufgeholt (sie kamen damals in den Städten auf 20,4 bzw. 22 Prozent), während die SPÖ nicht zulegen konnte. Die ÖVP liegt hier aber noch immer unter ihrem Gesamtergebnis von 31,5 Prozent.


ÖVP und FPÖ mit Zweidrittelmehrheit
In Summe haben ÖVP und FPÖ in den ländlichen Gemeinden eine Zweidrittelmehrheit (67,2 Prozent). Im städtischen Bereich kommen ÖVP und FPÖ gemeinsam auf 57 Prozent. Gegenüber der Nationalratswahl 2013 konnten beide Parteien gemeinsam sowohl am Land als auch im städtischen Bereich je 15 Prozentpunkte zulegen. Nur in den Großstädten reichte das Plus von zehn Prozentpunkten (auf 45,5 Prozent) nicht für eine schwarz-blaue Mehrheit.




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