Regulierung des Wolfsbestandes unumgänglich

Die Verunsicherung bei den Menschen aufgrund verstärkter Wolfssichtungen steigt

Die Bevölkerung von Freistadt fordert Schutz und Sicherheit (Bildquelle: OÖ Bauernbund)

Die Wolfsdichte hat in Europa in den letzten Jahrzehnten stetig zugenommen. Aufgrund der strengen Schutzbestimmungen kam es zu vermehrtem Auftreten in Gebieten, in denen die Wölfe seit vielen Jahrzehnten als ausgestorben galten. Die Rückkehr der Wölfe stellt eine Herausforderung für den Menschen und seine traditionelle Landnutzung dar.

Die rasche Entwicklung der Wolfspopulation in den Alpenländern führt zu immer größeren Konflikten zwischen Wolf und Nutztieren, aber auch zwischen Wolf und Mensch. In Österreich, aber auch in ganz Europa, ist mit einer stetigen Zunahme der Wolfsdichte zu rechnen, mit Folgen für unseren Landwirtschaft, unseren Tourismus und den Erhalt unseres lebendigen, ländlichen Raums. Berichte aus anderen Ländern zeigen, dass die Wölfe zunehmend ihre natürliche Scheu vor den Menschen verlieren, bereits in offene Ställe eindringen und Wohnsiedlungen immer öfter bedrohlich nahe kommen.

3484 Unterschriften – Sicherheit des Menschen muss „oberste Priorität“ haben

In diesem Zusammenhang nimmt sich der Oberösterreichische Bauernbund den Sorgen der Bürgerinnen und Bürger aber natürlich auch der Landwirtinnen und Landwirte im Bezirk Freistadt an. Der Bezirksobmann des Bauernbundes Freistadt, BBKO ÖR Josef Mühlbachler hat eine Unterschriftenaktion mit dem Titel „Wir haben Angst vor dem Wolf“ ins Leben gerufen. Diese Unterschriftenaktion ist bis Ende April gelaufen und wurde heute am Rande des zweiten Runden Tischs „Wolf“ in Liebenau an Landesobmann, LR Max Hiegelsberger übergeben. „Der Wolf trifft in Oberösterreich auf eine Kulturlandschaft, keine Naturlandschaft. Er drängt die Bewirtschaftung in diesen ökologisch wertvollen, vielfältigen und ohnedies schwierig zu bewirtschaftenden Naturräumen zurück. Auch die Sicherheit des Menschen muss in diesem Zusammenhang oberste Priorität haben“, so LO LR Hiegelsberger.

„Die Wolfssichtungen sowie Nutztierrisse nehmen zu, die Verunsicherung bei den Menschen ist groß“, berichtet Mühlbachler von seinen Gesprächen mit besorgten Bürgern und Bauern.

Das Land Oberösterreich und LO LR Hiegelsberger arbeiten derweil an nachhaltigen Konzepten zum Schutz der Weidetiere und dem Sicherheitsgefühl der Bürger. Der Runde Tisch Wolf, unter Einbindung aller Interessensgruppen, wurde auf Initiative von LO Hiegelsberger bereits im Februar 2017 ins Leben gerufen. Seit Herbst 2017 trägt auch das Land Oberösterreich, nachdem der Landesjagdverband Oberösterreich im Herbst 2017 die Entschädigung stoppte, die Entschädigung von Wolfsrissen bei landwirtschaftlichen Nutztieren. Auch in der Landesagrarreferenten Konferenz wird intensiv am Thema Wolf gearbeitet.

Änderung der FFH-Richtlinie gefordert

Der Wolf hat keinen natürlichen Feind und wird sich daher stark vermehren. Es braucht sowohl in Österreich als auch EU-weit eine dynamische Gestaltung der Schutzbemühungen vor den Wölfen. Dazu soll die EU-Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH-Richtlinie) so abgeändert werden, dass geregelte Entnahmen beziehungsweise im Ernstfall Abschüsse möglich werden. „Sonst werden die Land- und Tourismuswirtschaft schon sehr bald mit massiven Problemen zu kämpfen haben“, gibt Mühlbachler zu bedenken. Wölfe bzw. die großen Beutegreifer genießen einen umfassenden Schutz in Europa und können sich ungehindert verbreiten. Sein Auftreten verursacht ein gewisses Unbehagen in der Bevölkerung, auch wenn manche NGOs (etwa der WWF oder der Naturschutzbund) das Gegenteil behaupten. „Bezüglich der Änderung des Schutzstatus des Wolfs in der FFH-Richtlinie bleibt leider kein Spielraum für Alleingänge eines österreichischen Bundeslands. Darum sind wir in engen, grenzübergreifenden Gesprächen und arbeiten sowohl in Österreich und auch auf EU-Ebene aktiv und dynamisch an der Gestaltung der Schutzmaßnahmen vor Wölfen“, so Hiegelsberger.




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