Müll in der Landschaft – muss das sein?

Abfälle werden aus dem Autofenster geworfen oder beim Gehen einfach fallen gelassen. Eine mehr als zweifelhafte Methode der „Abfallentsorgung“, die den Namen „Littering“, also „Vermüllung“ trägt. Dieser Müll auf Wiesen und Feldern entlang der Straßen behindert die Arbeit der Landwirte und kann die Tiere verletzen.

Die Vermüllung der landwirtschaftlichen Nutzflächen ist ein zunehmendes Problem für die Bäuerinnen und Bauern (Foto: OÖ Bauernbund honorarfrei abdruckbar)

Es gibt leider immer mehr Menschen, die ihren Abfall (zum Beispiel leere Getränke-, Essens- oder Zigarettenverpackungen) dort wegwerfen, wo er gerade anfällt. Sei es auf dem Spaziergang durch die Natur oder beim Autofahren. „Nicht nur die Weltmeere, die jetzt häufig in den Medien vorkommen, sind voll Müll. Auch in der Natur zu Hause wird achtlos weggeworfen. Für die heimische Landwirtschaft stellt der zunehmende Müllanfall vor allem entlang von viel befahrenen Straßen ein substantielles Problem dar“, so die Landesbäuerin und Landwirtschaftskammer-rätin, LAbg. Annemarie Brunner. Besonders Plastikflaschen und Metalldosen verunreinigen das Erntegut und gefährden die Tiere. Häufig sind die Bewirtschafter daher gezwungen, vor der Nutzung der Flächen händisch den Müll einzusammeln. Zeit ist Geld und „Littering“ ist somit ein zusätzlicher Kostenfaktor in der Produktion.

Die Natur ist kein Mistkübel

Um den Anfall von Einweg-Verpackungen zu verringern und die Verschmutzung in der Natur einzudämmen, empfiehlt sich die Einführung eines Pfandsystems für Einwegflaschen und Metalldosen. Die Vollversammlung der Landwirtschaftskammer hat bei ihrer Sitzung am 27. Juni 2018 diesbezüglich einen einstimmigen Beschluss gefasst. Vorbild zum Pfandsystem ist das Nachbarland Deutschland, das bereits seit einigen Jahren 25 Cent Pfand einhebt. Diese Maßnahme steht auch im Einklang mit den laufenden Bemühungen der Europäischen Union, den Anfall von Plastikmüll durch das Verbot von Einweg-Artikel zu reduzieren. „Das geänderte Konsumverhalten spielt eine wesentliche Rolle bei der Zunahme des Litterings, denn wir entwickeln uns leider immer mehr in Richtung Wegwerfgesellschaft“, so die Landesbäuerin. Neben einem Pfandsystem setzt Brunner auch auf diverse Bewusstseinskampagnen, welche etwa durch die Abfallverbände oder auch der Gemeinden im Rahmen der Flurreinigungsaktionen vorangetrieben werden.




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