Agrarspitze präsentiert Dürrehilfe-Maßnahmenpaket für Landwirte

Die Bundesregierung unter Bundeskanzler Sebastian Kurz hat rasch ein Bündel an Maßnahmen für die Bäuerinnen und Bauern vorgelegt.

Agrarspitze präsentiert Dürrehilfe-Maßnahmenpaket für Landwirte

Die außergewöhnlich hohen Temperaturen und die extreme Trockenheit in der diesjährigen Vegetationsperiode haben in der österreichischen Landwirtschaft, aber auch im Forstbereich sehr hohe Schäden verursacht, die in beiden Bereichen Millionenhöhe erreicht haben. Für viele Betriebe bedeutet das eine ernsthafte existenzielle Gefährdung, rasches Handeln war ein Gebot der Stunde. Die Bundesregierung hat daher gemeinsam mit der bäuerlichen Interessenvertretung ein Dürrehilfe-Paket geschnürt, das heute von Bundesministerin Elisabeth Köstinger, Bauernbund-Präsident Georg Strasser und Landwirtschaftskammer-Präsident Josef Moosbrugger beim agrarpolitischen Herbstauftakt im Rahmen der Fachmesse "AgroTier" in Wels präsentiert wurde. Das Paket umfasst verschiedene Maßnahmen im Bereich Agrarversicherungen, Kreditstundungen sowie Maßnahmen zur Wiederaufforstung in den Wäldern. Das Gesamtvolumen des Pakets liegt bei rund 60 Mio. Euro, diese Mittel sollen zusätzlich zu den Maßnahmen, die schon bisher gesetzt wurden, bereitgestellt werden, so Köstinger. „Die Sofortmaßnahmen und die Direkthilfe für tierhaltende Betriebe unterstützen Oberösterreichs Bäuerinnen und Bauern treffsicher in den betroffenen Gebieten. Gerade im rinderstärksten Bundesland gilt es, unsere bäuerlichen Familienbetrieben zu unterstützen. Doch auch die Maßnahmen zum Wiederaufbau und der Sicherung klimafitter Wälder legen den Fokus auf die nachhaltige Zukunft unserer Betriebe“, bekräftigt der Landesobmann des Bauernbundes, Landesrat Max Hiegelsberger. 

Rasche und unbürokratische Hilfe notwendig
"Wir haben eine besondere Verantwortung für unsere landwirschaftlichen Betriebe. Es war uns daher wichtig, rasch und unbürokratisch helfen zu können. Unser Paket beinhaltet Sofortmaßnahmen, aber auch Maßnahmen zur Vorsorge für die Zukunft", unterstrich Köstinger. "Der Klimawandel ist nichts Abstraktes, er trifft die Landwirtschaft mit voller Wucht. Davon konnte ich mich auch an Ort und Stelle bei den betroffenen Betrieben überzeugen", berichtete Strasser. Die Bauern mit ihrer Werkstatt unter freiem Himmel seien von den zunehmenden Witterungs-Extremereignissen besonders betroffen. "Der Präsentation dieses Unterstützungspakets gingen intensive Gespräche der Bauernvertretung mit der Bundesregierung voraus. Umso mehr freut es mich, dass nun ein konkretes Hilfspaket vorliegt, mit dem die Risikovorsorge attraktiver gestaltet wird und das auch eine Soforthilfe für besonders betroffene Betriebe enthält", sagte Moosbrugger und dankte dem Bundeskanzler und der Landwirtschaftsministerin.

Enorme Einbußen
Im heimischen Ackerbau liegen die Ernteausfälle aufgrund der extremen Trockenheit laut jüngsten Erhebungen bei 10 bis 15%, im Grünland sind es regional bis zu 40%. Vielen Betrieben fehlt somit das Futter für ihre Viehbestände. Das ist ein ernsthaftes und in vielen Fällen existenzielles Problem für die Betroffenen. In der Forstwirtschaft rechnet das Ministerium mit Schäden von rund 38 Mio. Euro. Hauptbetroffen von Dürre und Trockenheit sind Betriebe in Oberösterreich, Niederösterreich, Vorarlberg und Salzburg.

Die Maßnahmen im Detail:

  • Die finanzielle Unterstützung für ALLE Elementarrisikoversicherungen wird von 50 auf 55 Prozent angehoben. 
  • Damit steigt der bisherige Gesamtzuschuss zu diesen Prämien von derzeit 63 Mio. auf künftig auf rund 75 Mio. Diese Zuschüsse teilen sich Bund und Länder.
  • Einführung eines Prämiensystems für Tierausfallversicherungen. Auch hier werden Prämien mit 55 % bezuschusst, der Finanzaufwand dafür liegt bei maximal 11 Mio. Euro, auch hier teilen sich Bund und Länder die Kosten. 
  • Raten und Rückzahlungen für Agrarkredite können aufgrund dieser Ausnahmesituation leichter gestundet werden, die Laufzeit von Krediten kann um 1 Jahr verlängert werden. Das hilft Betrieben, die aufgrund der Ausfälle und Schäden ansonsten mit ihren Zahlungen in Verzug geraten. 
  • Es werden Agrarsonderkredite „Trockenheit“ für Betriebe in betroffenen Regionen aufgelegt. Die Darlehenshöhe reicht von 5000 Euro bis maximal 50.000 Euro. Der Bund gewährt Zinszuschüsse zu diesen Darlehen. 
  • Die Wälder haben schweren Schaden genommen. Der Befall durch Borkenkäfer war enorm und wird die Rekordschäden des Vorjahres (3,5 Mio. Festmeter) übersteigen.  Für Förderprogramme „Ländliche Entwicklung“ werden insgesamt 20 Mio. Euro für Sofortmaßnahmen und Aufforstung bereitgestellt. 
  • Für besonders betroffene tierhaltende Betriebe werden 20 Mio. Euro als Soforthilfe bereitgestellt. 
  • Bund und Länder teilen sich die Kosten der Maßnahmen.

Weitere Informationen auf den Seiten der Bauernzeitung.




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