Hiegelsberger und Reisecker: Hitze und Dürre belasten die Landwirtschaft enorm

Umfassendes Maßnahmenpaket in Arbeit

Bei einem Dürregipfel, unter Vorsitz von Agrarlandesrat Max Hiegelsberger und LK-Präsident ÖR Ing. Franz Reisecker, wurden mögliche Hilfsmaßnahmen für die dürregeschädigten Betriebe besprochen.

Die Hitze und Dürre der letzten Wochen belastet die heimische Landwirtschaft enorm und führt gerade in Oberösterreich zu erheblichen Ertrags- und Einnahmenausfällen für die Landwirtschaft. Verschärft wird die wirtschaftliche Situation der Bauern durch den anhaltenden Preisdruck bei Milch und Schweinen. „Auf Initiative des Landes Oberösterreich und der Landwirtschaftskammer wurden vom Lebensministerium erste Schritte zur Unterstützung der von der Dürre hauptbetroffenen Betriebe gesetzt. Zur wirksamen wirtschaftlichen Unterstützung und Entlastung der unter einem erheblichen Druck stehenden bäuerlichen Familienbetriebe arbeiten wir derzeit an einem umfassenden Maßnahmenpaket um die drohenden Ertragseinbußen zumindest teilweise abfedern zu können“, erklären Landesrat Max Hiegelsberger und LK-Präsident Franz Reisecker unisono.

Überdurchschnittliche Betroffenheit Oberösterreichs

Die seit Mitte Juni aufgetretenen Niederschlagsdefizite betreffen vor allem die Bundesländer Ober- und Niederösterreich sowie das Burgenland. Während aber in Ostösterreich aufgrund der sehr getreidebetonten Fruchtfolgen etwa 80 Prozent der Ackerkulturen bereits geerntet wurden stehen in Oberösterreich insbesondere durch den intensiven Anbau von Mais, Sojabohne und Ackerfutterkulturen noch etwa 50 Prozent der Kulturen am Feld. Dazu kommt in Oberösterreich der hohe Anteil des nicht alpinen Grünlandes, das insbesondere im Innviertel und im Mühlviertel ebenfalls massiv von der Dürre betroffen ist. Eine erste Bilanz zeigt, dass die Schäden vor allem bei Mais, Sojabohnen, Zuckerrübe, Kürbis und Kartoffeln sowie dem Grünland zum Teil dramatisch sind. Zudem ist die Dürreverträglichkeit der Kulturen stark von der Beschaffenheit der jeweiligen Böden abhängig, sodass die Dürreschäden kleinregional oft sehr unterschiedlich sind. Die Probleme ziehen sich quer durch unser Bundesland und aktuell entkommt keine Sparte der landwirtschaftlichen Produktion der anhaltenden Hitze- und Dürrewelle.

Erstmaßnahmen des Lebensministeriums

Auf Drängen des Vorsitzenden der Landesagrarräte-Konferenz Max Hiegelsberger und des stellvertretenden Vorsitzenden der Landwirtschaftskammer Österreich Präsident Franz Reisecker hat das Lebensministerium bereits in den letzten Tagen eine entsprechende Anpassung von Förderkriterien und Nutzungsbestimmungen im Bereich der Direktzahlungen sowie des Umweltprogrammes ÖPUL erlassen. So dürfen in Oberösterreich die im Rahmen der Direktzahlungen als ökologische Vorrangflächen angemeldeten Bracheflächen ab sofort für Futter- und Weidezwecke genützt werden. Die Nutzung des Bewuchses kann sowohl inner- als auch überbetrieblich erfolgen. Die im Rahmen des Umweltprogrammes ÖPUL angelegten Acker-Biodiversitätsflächen können durch eine Änderung des Mehrfachantrages bei der Bezirksbauernkammer zu „Klee“ oder „Sonstiges Ackerfeldfutter“ umgewandelt und damit ebenfalls genutzt werden. Die notwendige Änderung des Mehrfachantrages Flächen hat vor der Nutzung dieser Flächen zu erfolgen. Damit stehen in Oberösterreich ca. 6400 Hektar zusätzlich für die Futternutzung zur Verfügung, auch wenn dürrebedingt auf diesen Flächen die verfügbaren Futtermengen ebenfalls begrenzt sind.

Im Rahmen der ÖPUL-Maßnahme „Ackerflächen-System Immergrün“ wird der Zeitraum von maximal 50 Tagen zwischen der Ernte der ersten Hauptfrucht und des Anbaus der nächsten Hauptfrucht von 50 auf nun mehr 70 Tage verlängert. Damit entfällt die Verpflichtung zur Aussaat von Begrünungen die aufgrund der Trockensituation ohnehin keinen Aufwuchs erwarten lassen.

Klimawandel trifft Landwirtschaft – Bauern nicht alleine stehen lassen

„Die Bauernvertretung fordert von Bund und Land die Umsetzung weiterer unbürokratischer Hilfsmaßnahmen um die aufgetretenen wirtschaftlichen Schäden zumindest teilweise abfedern zu können. Dazu werden rasch konkrete politische Entscheidungen für unbürokratische Hilfen angestrebt, denn wer rasch hilft, hilft doppelt“, betonen Landesrat Max Hiegelsberger sowie Präsident Franz Reisecker und ergänzen:“ Für die Zukunft fordern wir eine öffentliche Bezuschussung von Dürreversicherungen in der Landwirtschaft. Die letzten Jahre haben gezeigt, dass die Bauern in immer rascherer Abfolge mit Dürren konfrontiert sind. Die Landwirtschaft ist damit der hauptbetroffene Sektor des Klimawandels. Unsere Bäuerinnen und Bauern dürfen bei der wirtschaftlichen Bewältigung dieser neuen enormen Herausforderung auch in den nächsten Jahren nicht alleine gelassen werden.“


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