Land OÖ unterstützt zeitgemäße Almbewirtschaftung

Almen sind ein wesentlicher Teil der unvergleichlichen Landschaft. OÖ Almwandertag am 15. August 2016 in Hinterstoder.

Bild: OÖ Tourismus/Erber

Foto: Land OÖ/Grilnberger

Einladung 37. Oberösterreichischer Almwandertag am 15. August in Hinterstoder. 

„Die Almen sind ein wesentlicher Teil der unvergleichlichen Landschaft Oberösterreichs. Als beliebte Wanderziele sind sie für den Tourismus unverzichtbar und als Weideflächen tragen sie zur Produktion bester Lebensmittel bei. Die Landwirtinnen und Landwirte leisten mit der Pflege der Almen einen wichtigen Beitrag zum Erosionsschutz und zum Erhalt geschlossener Ökosysteme“, betont Agrar-Landesrat Max Hiegelsberger bei der Pressekonferenz am 18. Juli 2016 zum Thema Almen.

Heute sind im Almbuch des Landes Oberösterreich, geführt von der Agrarbehörde Oberösterreich (Abteilung Ländliche Neuordnung), 638 Almen eingetragen, 422 davon werden aktiv bewirtschaftet.

Sie liegen, auf 65 Gemeinden verteilt, im Süden des Bundeslandes  in den alpinen Bereichen der Bezirke Gmunden, Kirchdorf, Steyr und Vöcklabruck. Im Salzkammergut befinden sich 80 Prozent der Almen auf Flächen der österreichischen Bundesforste AG, die Almbauern sind dort mit Weidenutzungsrechten eingeforstet.

Pro Jahr werden in Oberösterreich rund 5.000 Rinder, 50 Milchkühe, 850 Schafe, 70 Ziegen und 60 Pferde auf Almen aufgetrieben.

Mehr als 630 Verbesserungsmaßnahmen gefördert - Augenmerk auf Natur- und Landschaftsschutz 

Jedes Jahr werden vom Land Oberösterreich rund 100 Almprojekte gefördert. Der Großteil davon betrifft den Neubau oder die Verbesserung von Wirtschaftsgebäuden, die Versorgung mit Wasser und Energie (Photovoltaik), die Neuschaffung und Kultivierung von Weideflächen sowie die Erschließung von Almen durch Wege.

 

Beispiele geförderter Almverbesserungsmaßnahmen 2014/2015

Ø  700 lfm Almerschließungswege

Ø  1.100 m² Lärchenholzdächer

Ø  17 km Zaunanlagen

Ø  45 ha Weideverbesserungen (Entsteinung, Schwendung etc.)

Ø  25 ha neu geschaffene Almweideflächen

 

„In der Förderperiode 2007 bis 2013 wurden insgesamt 632 Almverbesserungsmaßnahmen mit einem Investitionsvolumen von knapp 6 Millionen Euro von den Bewirtschaftern durchgeführt und mit Mitteln des Landes Oberösterreich, des Bundes und der EU gefördert. In diesem Zeitraum entstanden 25 neue Almwirtschaftsgebäude“, berichtet Hiegelsberger. „Wir leisten damit einen wesentlichen Beitrag zur Sicherung der Almflächen, zur Verkehrserschließung, zum Erhalt und zur Wiederherstellung traditioneller Wirtschaftsgebäude und zur zeitgemäßen Entwicklung von Almweiderechten.“ 

Bei all diesen Maßnahmen ist die Vereinbarkeit mit den Interessen des Natur- und Landschaftsschutzes von großer Bedeutung. Beispielhaft ist die Fördermaßnahme „Errichtung von regionaltypischen Holzdächern“ auf den Almgebäuden. Seit knapp 20 Jahren werden 95 Prozent aller neuen Dächer mit Holzschindeln oder -brettern eingedeckt. „Der Erhalt alter Gebäude mit ihren Holzschindeldächern und traditionellen Zaunformen hat viel mit traditionellen Handwerkstechniken zu tun und ist ein wichtiger Beitrag zur Förderung der bäuerlichen Kultur“, erklärt der Agrar-Landesrat. Dadurch wird das traditionelle Erscheinungsbild der Almgebäude gewahrt.

 

Neuschaffung und Wiederherstellung von Almweideflächen

Derzeit werden in allen oberösterreichischen Almregionen mehrere große Neuordnungsprojekte mit dem Ziel einer Trennung von Wald und Weide durchgeführt. Hiegelsberger: „Dadurch werden einerseits offene Almweideflächen geschaffen, andererseits wird der Wald vom Weidegang entlastet. Voraussetzung für das Gelingen dieser Projekte sind die gute Zusammenarbeit der Fachexpertinnen und Fachexperten aus den Bereichen Almwirtschaft, Forstwirtschaft und Naturschutz in Oberösterreich bei der Planung und Umsetzung dieser Maßnahmen, der große Einsatz der Almbäuerinnen und Almbauern bei Arbeitsleistung sowie die Finanzierung durch ein gutes und effizientes Almfördersystem.“

Die Abteilung Ländliche Neuordnung ist für die Umsetzung dieser Projekte mit behördlichen Kompetenzen ausgestattet und schafft die rechtlichen Grundlagen für Wald-Weideneuordnungen.

„Seit 2002 sind auf Oberösterreichs Almen in über 50 Projekten mehr als 250 Hektar neue Almweideflächen geschaffen worden. Im Gegenzug konnten jährlich durchschnittlich 550 Hektar Waldflächen von der Waldweide entlastet werden“, berichtet der Landesrat.

 

 

Weitere Leistungen des Landes OÖ für die Almbewirtschafter

Maßnahmen nach dem Einforstungsrechtegesetz:

Insgesamt besitzen in Oberösterreich 4.817 Liegenschaften Heimweide- und Almweiderechte auf fremdem Grund und Boden im Ausmaß von 7.258 Großvieheinheiten. Diese Rechte werden von der Agrarbehörde nach dem Oö. Einforstungsrechtegesetz laufend den aktuellen Erfordernissen der bäuerlichen Betriebe angepasst, vor allem durch

o   Übertragung von Weiderechten auslaufender Betriebe oder nicht benötigter Weiderechte auf landwirtschaftliche Betriebe, die diese Weiderechte zur Existenzsicherung benötigen sowie durch

o   Ablöse von entbehrlichen Heimweide- und Almweiderechten in Geld oder durch Umwandlung in Holzbezugsrechte, im Einvernehmen auch Ablöse in Grund und Boden.

 

Vermessung von Grundstücken und Weideflächen auf Almen in Verfahren

Beratung der Almbewirtschafter/innen

Erstellung von Sachverständigengutachten in Almangelegen-heiten

Almschutz und Almentwicklung nach dem Alm- und Kulturflächenschutzgesetz

Vertretung almwirtschaftlicher Interessen bei Maßnahmen des Tourismus und in Naturschutzverfahren

„Almwirtschaft schützt auch vor Naturgefahren. In alpinen Regionen ist es beispielsweise wichtig, den Bewuchs abgeweidet in den Winter gehen zu lassen. Lange Gräser legen sich um, wirken für Schnee wie eine Rutsche und erhöhen damit die Lawinengefahr. Intakte Almflächen stabilisieren den Boden bei starken Niederschlägen und schützen so vor Erosion und Erdrutsch“, erklärt Landesrat Hiegelsberger.

 


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