LR Hiegelsberger: "Kalorien-Verordnung wäre Riesenbelastung für Kleinbetriebe – Von Ausnahmeregelung Gebrauch machen"

Appell an Bund, für unkomplizierte und praxisgerechte Umsetzung zu sorgen

Bildquelle: Land OÖ/Röbl

Nach Allergenverordnung und Registrierkassenpflicht kommt auf Kleinbetriebe die nächste Belastung zu: Wenn es nach der EU geht, sollen auch sie verpflichtende Nährwertangaben – Stichwort Kalorientabelle – auf ihren Produkten anführen. „Das wäre für viele Gewerbetreibende nur schwer umsetzbar und damit existenzbedrohend“, kritisiert Agrar-Landesrat Max Hiegelsberger. Nach dem Vorbild Deutschlands will auch er von der Ausnahmeregelung Gebrauch machen: „Die EU stellt den Mitgliedsstaaten frei, ob kleine Unternehmen die Verordnung umsetzen müssen. Nun ist ganz klar das Gesundheitsministerium gefordert“, betont Hiegelsberger.

UMSETZUNG IN VIELEN FÄLLEN GAR NICHT MÖGLICH

Laut „EU-Verbraucherinformationsverordnung“ müssen auf Lebensmitteln die jeweiligen Mengen an Brennwert, Fett, gesättigte Fettsäuren, Kohlenhydrate, Zucker, Salz und Eiweiß in Tabellenform angegeben werden. „Tritt die Bestimmung in ihrem vollen Umfang in Kraft, sind auch kleine lokale Betriebe wie Bäcker, Konditoren, Fleischhauer, Gastronomen oder Direktvermarkter gefordert“, erklärt der Landesrat. „Man muss sich schon die Frage stellen, ob der Aufwand in irgendeinem Verhältnis zum Nutzen stünde.“ Die Umsetzung wäre in vielen Fällen gar nicht möglich und würde die Betriebe an die Grenze der Belastbarkeit führen, so der Landesrat. „Wie soll beispielsweise vorgegangen werden, wenn ein Kunde ein Weckerl mit Leberkäse oder ein Schnitzelsemmerl bestellt?“

Hiegelsberger appelliert an den Bund, sich bei der Umsetzung an Deutschland zu orientieren: Dort sind handwerklich hergestellte Lebensmittel, die an Endkunden und regionale Endverbraucher/innen abgegeben werden, ausgenommen „Das Gesundheitsministerium ist nun gefordert, die Übergangsfrist bis 13. Dezember 2016 zu nutzen und für eine möglichst unkomplizierte und praxisgerechte Regelung zu sorgen“, betont der Landesrat.

HERAUSFORDERUNG FÜR DEN LÄNDLICHEN RAUM

Hiegelsberger verweist in diesem Zusammenhang auch auf eine aktuelle Prognose der Vereinten Nationen: 3 von 4 Menschen werden demnach bis 2050 in Städten leben. „Der ländliche Raum als Basis für eine garantierte Versorgung mit Nahrungsmitteln ist also in Zukunft noch mehr gefordert. Das bedeutet aber gleichzeitig auch eine Riesenchance“, betont der Landesrat. „Von einer noch stärkeren Verflechtung zwischen Stadt und Land können unsere Bäuerinnen und Bauern profitieren.“

 


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