SVB-Quartalsstorno muss kommen

Aussetzung eines Quartalbeitrags bringt notwendige Entlastung der Betriebe.

Bauernbund Präsident NR Jakob Auer

Das Aussetzen eines Quartalbeitrages der Sozialversicherung (aus den Rücklagen der SVB) für alle Betriebe ist eine Maßnahme, um unseren Bäuerinnen und Bauern in äußerst schwierigen Zeiten unter die Arme zu greifen. Die Unterstützung ist unbürokratisch, schnell abzuwickeln und kommt direkt bei den bäuerlichen Betrieben an. Die Verhandlungen auf Bundesebene gestalteten sich mit dem Koalitionspartner SPÖ äußerst schwierig. Diese Einigung wurde nun auf Ebene der Bundesregierung beschlossen.

„Wir können nun offiziell verkünden, dass die Bundesregierung den Bäuerinnen und Bauern mit 167 Millionen Euro unter die Arme greift. Das bedeutet eine große Erleichterung für die österreichische Landwirtschaft und ist ein guter Tag für den Bauernbund“, begrüßt der Bauernbund-Präsident Jakob Auer den im Ministerrat gesetzten Meilenstein. Der Bauernbund besteht auf einen echten Quartalstorno, es darf weder zu einer Beitragserhöhung noch zu einer nachträglichen Beitragsrückzahlung durch die Bauern kommen.

Das Notpaket ist aufgrund der massiven Einkommensrückgänge in allen Produktionssparten der österreichischen Landwirtschaft sehr berechtigt und notwendig. Die heimischen bäuerlichen Familien leiden unter den niedrigen Produktpreisen sowie den geopolitischen Verwerfungen wie zum Beispiel dem Russlandembargo. "Die im Ministerrat beschlossene Maßnahme wirkt in dieser wirtschaftlich angespannten Lage akut, schnell und lässt sich ohne verwaltungstechnischen Aufwand umsetzen", so Bundesminister Andrä Rupprechter.

„Die rasche Entlastung unserer bäuerlichen Familienbetriebe ist ein Gebot der Stunde, denn die dramatische Preissituation setzt den Betrieben ordentlich zu“, bedankt sich LR Landesobmann Max Hiegelsberger bei BM Andrä Rupprechter und Präs. NR Jakob Auer für das im Ministerrat beschlossene Entlastungspaket von 167 Mio. Euro. Das Aussetzen eines Quartalbeitrages der Sozialversicherung für alle Betriebe im Jahr 2016 ist eine unbürokratische und einfach abzuwickelnde Unterstützung für die Bäuerinnen und Bauern. Allein für Oberösterreich würde das eine Entlastung von rund 40 Mio. Euro bedeuten. „In Oberösterreich haben wir mit dem SV-Rabatt von 25% im 3. Quartal 2015 vorgezeigt, dass der Erlass der SV-Beiträge die wirksamste und einfachste Hilfe für die bäuerlichen Betriebe ist."

Landwirtschaftliches Einkommen seit 2011 stark rückläufig :

  • In den letzten 5 Jahren war die Land- und Forstwirtschaft immer wieder mit wechselnden Produktionsbedingungen und Marktverhältnissen konfrontiert. Starke Unwetter in 2012 und 2013 haben den Bauern ein kräftiges Minus beschert.
  • Durch die Marktkrise und das russische Einfuhrverbot ab 2014, sowie die enormen Frostschäden durch den verspäteten Wintereinbruch Ende April diesen Jahres, ist auch 2016, also das fünfte Jahr in Folge, mit einem negativen Einkommensergebnis für die bäuerlichen Betriebe zu rechnen.
  • Im Jahr 2015 ist die Lage aber noch dramatischer - die österreichischen Bäuerinnen und Bauern müssen ein existenzgefährdendes Einkommensminus von 17% im Vergleich zum Jahr 2014 verkraften – das Einkommen fiel auf durchschnittlich 19.498 Euro ab.

nach oben