Diskussion um Pflanzenschutz muss wieder sachlich werden

Die Zulassung von Pflanzenschutzmittel in Österreich und Europa ist durch eine zunehmende Rechts- und Planungsunsicherheit für die Antragsteller gekennzeichnet.

„Zulassung von Pflanzenschutzmittel muss sich auf wieder wissenschaftliche Fakten stützen.“ (Foto: Land OÖ)

Pflanzenschutz garantiert Gesundheit und hohe Qualität der österreichischen Marktfrüchte (Foto: cirquedesprit – Fotolia)

Ein strenges Bewertungs- und Zulassungsverfahren ist Garant dafür, dass nur geprüfte Pflanzenschutzmittel auf den Markt kommen, die – dem Stand des Wissens und der Technik entsprechend - keine schädlichen Auswirkungen auf die Gesundheit von Menschen und Tieren bzw. keine inakzeptablen Umweltauswirkungen haben. Das garantiert die hohe Qualität der österreichischen Marktfrüchte. Trotz der viel höheren Standards und Auflagen müssen sich die österreichischen Bauern mit dem Weltmarktpreis zufriedengeben, der in Regionen bestimmt wird in denen es gänzlich andere Produktionsbedingungen und Flächen gibt. „Pflanzenschutzmittel durchlaufen bei uns einen langen und strengen Zulassungsprozess bevor sie angewendet werden dürfen“, so der Landesobmann des OÖ Bauernbund Max Hiegelsberger. „Es ist daher eine unverantwortliche Angstmacherei, wenn auf populistische Art und Weise vom ‚Vergiften der Gesundheit der Verbraucher und der Lebensgrundlage Boden‘ gesprochen wird.“

Pflanzenschutzmittelzulassung auf wissenschaftliche Fakten stützen

Der Pflanzenschutzmitteleinsatz in der Landwirtschaft sieht sich mit einer zunehmenden „Emotionalisierung“ konfrontiert. „Die Zulassung von Pflanzenschutzmitteln muss auf Basis wissenschaftlicher Fakten erfolgen und darf nicht zu einem unkalkulierbaren politischen Spielball werden, der die Produktion von heimischen Rohstoffen gefährdet“, fordert der Landesobmann. Entscheidungen zur Zulassung von Pflanzenschutzmittelwirkstoffen müssen die Sicherheit der Verbraucher garantieren, ohne dabei für die Landwirtschaft wichtige Wirkstoffe – etwa für ein notwendiges Risikomanagement - unnötig zu verbieten. „Es muss klar sein, dass ohne Pflanzenschutz eine gesicherte und qualitativ hochwertige Ernte gefährdet ist. Ebenso gefährdet ist die Verfügbarkeit von streng kontrollierten heimischen Lebensmitteln, wenn diese nicht mehr kostendeckend angebaut werden können. Somit öffnet man Importen Tür und Tor, die aus Regionen kommen, in denen weder Umweltschutzkriterien noch sonstige Standards gelten“, betont Hiegelsberger. 

Nationales Programm zur Kontrolle von Pflanzenschutzmittelrückständen

2015 wurden insgesamt 2.821 Proben (ohne Trinkwasser) auf Pestizidrückstände untersucht. 99,3 % der Proben haben den Anforderungen hinsichtlich der Rückstandshöchstgehalte entsprochen. Die Ergebnisse der Rückstandsuntersuchungen auf Pflanzenschutzmittel zeigen auch, dass heimische Produkte beim Thema Rückstände und Einhaltung der Höchstgehalte sogar im Vergleich mit Waren aus dem europäischen Ausland immer einen Spitzenplatz einnehmen. „Der verantwortungsbewusste Einsatz von Pflanzenschutzmittel nach guter fachlicher Praxis in der Landwirtschaft in Verbindung mit einer konsequenten Qualitätssicherung und dem lückenlosen Ineinandergreifen der Rückstandskontrollen zeigen hier Wirkung. Die Landwirte sind zudem geschult und verfügen über Sachkundeausweise.“, so Hiegelsberger.


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