Herkunftskennzeichnung nützt Konsumenten und Bauern

Zu einer sachgerechten Kaufentscheidung zählt für viele Menschen auch das Wissen um die Herkunft von Lebensmitteln. „Sowohl bei verarbeiteten Nahrungsmitteln als auch bei der Gemeinschaftsverpflegung wird der Ruf nach mehr Transparenz bei der Herkunft von Lebensmitteln immer lauter“, betont Landesobmann LR Max Hiegelsberger.

Für mehr Oberösterreich am Teller: Hiegelsberger, Stelzer, Reisecker (Land OÖ)

Neun von zehn Konsumenten achten beim Einkauf von Lebensmitteln auf die österreichische oder regionale Herkunft. 68 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher erachten es laut einer aktuellen Umfrage als notwendig, dass es in Kantinen, Mensen und Gemeinschaftsküchen, aber auch in Restaurants und Gaststätten eine verpflichtende Kennzeichnung der Herkunft von Zutaten und Bestandteilen geben soll. „Immer mehr Menschen ernähren sich bewusst und wollen auch wissen, woher die Lebensmittel, die sie genießen, stammen“, sagt LR Max Hiegelsberger, Landesobmann des OÖ Bauernbundes.

Informationen über die Herkunft von Lebensmitteln schaffen Vertrauen
Beim persönlichen Einkauf im Lebensmitteleinzelhandel (LEH) zeigt sich, dass die Verbraucher gezielt und vermehrt heimische Produkte bevorzugen. „Wenn ich heute ein Stück Fleisch oder Eier oder Milch kaufe im Supermarkt, dann weiß ich, woher dieses Produkt stammt“, so der LK-Präsident Franz Reisecker. Wo die Konsumenten aber keine Wahl haben, nämlich in der Gemeinschaftsverpflegung, will die bäuerliche Interessenvertretung mit einer Herkunftsauslobung diese ermöglichen. 2,2 bis 2,5 Millionen Essensportionen werden in derartigen Küchen jeden Tag in Österreich ausgegeben. Aufgrund des Preisdrucks landen oft Fleisch, Eier oder Gemüse aus dem Ausland auf dem Teller. „Hier tappt man als Konsument oder als Gast leider nach wie vor im Dunkeln. Als Landwirtschaftskammer wollen wir daher, dass durch eine Ausweitung der Herkunftskennzeichnung für die Konsumenten tatsächlich Wahlfreiheit geschaffen wird“, betont der LK-Präsident. 

Bauernbund-Forderung umgesetzt
Mit Vehemenz haben Bauernbund und Landwirtschaftskammer dieses Thema immer wieder aufs Tapet gebracht und die Herkunftskennzeichnung eingefordert, zuletzt etwa mit einem Antrag in der LK-Vollversammlung.  „Bewusste Kaufentscheidungen, die durch die Herkunftskennzeichnung möglich werden, stärken die Position unserer Landwirtschaft“, so Bauernbund-Landesobmann Hiegelsberger. Diese Bemühungen tragen in Oberösterreich nun Früchte. In den Landesküchen soll der regionale Lebensmittelanteil gesteigert und die Herkunft von Fleisch und Eiern gekennzeichnet werden.

Gestartet wird das Projekt mit der Küche des Landesdienstleistungszentrums (LDZ), in der jährlich 380.000 Essen ausgegeben werden. Nach einem Jahr wird – auch kostentechnisch – analysiert. Dann sollen weitere Küchen folgen. Insgesamt betreut das Land Oberösterreich 42 Küchen, in denen täglich für 8200 Menschen gekocht wird. „Mit der Kennzeichnung der regionalen Herkunft wollen wir Transparenz in der Gemeinschaftsverpflegung gewährleisten und ein Vorbild für andere Großküchen sein, in dem wir das Bewusstsein für regionale Lebensmittel stärken“, sagt Landeshauptmann Mag. Thomas Stelzer bei der Präsentation.

Die Lupe gibt Auskunft
Konkret erfolgt nun eine Kennzeichnung der Lebensmittelherkunft für Fleisch und Eier auf Basis der von der Landwirtschaftskammer Österreich entwickelten Zertifizierung „Gut zu wissen“. Mit der rot-weiß-roten Lupe wird auf den ersten Blick erkennbar, ob das Lebensmittel aus Österreich stammt oder eben nicht.

Außerdem soll in den Landesküchen der Regionalanteil beim Lebensmitteleinkauf insgesamt von derzeit etwa 50 Prozent um fünf bis zehn Prozent angehoben werden – ein Kriterienkatalog mit den Grundsätzen „saisonal, regional, biologisch, aus kontrollierter heimischer Landwirtschaft“ wird den Landesküchen empfohlen, Küchenleiter sollen entsprechend beraten werden.

Presseunterlagen zur Präsentation

Aktion "Gut zu Wissen" der Landwirtschaftskammer


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