Landesausflug der OÖ. Altbauerngemeinschaft nach Brüssel

Vergangene Woche reiste Oberösterreichs Altbauerngemeinschaft nach Brüssel um Stadt, Land und Kultur kennenzulernen.

Bildquelle: OÖ Bauernbund

Bildquelle: OÖ Bauernbund

Beim heurigen Landesausflug der OÖ. Altbauerngemeinschaft fuhren 43 Teilnehmerinnen und Teilnehmer vom 13. Bis 16. April nach Belgien.

Das Programm umfasste sowohl fachliche als auch kulturelle Besichtigungen, wobei auch die kulinarischen Genüsse nicht zu kurz kamen.

Am Anreisetag wurden die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der belgischen Hauptstadt Brüssel mit Atomium, Grand Place, Rathaus, Manneken Pis, etc. besichtigt und eine Chocolaterie besucht.

Bei herrlichem Ausflugswetter beeindruckten die Teilnehmer am 2. Tag die Städte Gent mit dem weltberühmten „Genter Altar“ und Brügge (UNESCO-Weltkulturerbe) mit der großen historischen Altstadt.

Der 3. Tag stand ganz im Zeichen des Europaparlamentes. Im Parlamentarium, einem Besucherzentrum des Europäischen Parlaments wird den Besuchern die Europäische Union in einer interaktiven virtuellen Reise dargestellt. EU-Abgeordnete Elisabeth Köstinger nahm sich Zeit für ein Informations- und Diskussionsgespräch, anschließend konnte an einer Plenarsitzung des Europäischen Parlamentes teilgenommen werden.

Am letzten Tag wurde der landwirtschaftliche Betrieb „Hof ter Vaeren“ in Huldenberg östlich von Brüssel besichtigt. Der Eigentümer hat in den letzten Jahrzehnten durch Flächenzukauf den Betrieb von 50 ha auf 130 ha Eigenfläche erweitert. Mittlerweile ist der Betrieb an die beiden Söhne mit deren Familien verpachtet. Ein Sohn bewirtschaftet die Ackerfläche mit 100 ha, es werden Getreide, Mais, Rüben und Kartoffel angebaut. Der andere Sohn betreibt die Milchvieh- und Rinderhaltung mit 30 ha landw. Nutzfläche. Es werden 250 Rinder und Kühe gehalten. Da es in Belgien kein Anerbengesetz wie in Österreich gibt, ist die Ausbezahlung der weichenden Kinder eine sehr kostspielige Angelegenheit; deshalb ist der Betrieb auch noch nicht übergeben. Die Pension des Betriebsführers beträgt € 1.080,-- monatlich. In Belgien sind nur mehr 2 % der Bevölkerung in der Landwirtschaft tätig, der Strukturwandel beträgt derzeit noch immer 2 bis 3 % jährlich. Der Kaufpreis für landw. Flächen bewegt sich zwischen 20.000,-- bis 50.000,-- Euro pro Hektar, der Pachtzins beträgt ca. 800,-- Euro pro Hektar. Eine mit Österreich vergleichbare Pauschalierung gibt es nicht, ab 1 ha besteht Buchführungspflicht.

Da Belgien das am dichtesten besiedelte Land Europas ist (350 Einwohner pro km2), gibt es wenig Platz für die Landwirtschaft. Ein großes Problem sind die immer strengeren Umwelt- und Naturschutzauflagen. Deshalb gab es auch einige Tage vor unserem Betriebsbesuch eine Kundgebung des belgischen Bauernbundes unter dem Motto: „Dürfen wir noch unseren Beruf ausüben“. Auf Transparenten mit dem Aufdruck: „Stoppt den Wahnsinn. Die Bauern brauchen eine sichere Zukunft“ wird auf die bäuerlichen Anliegen hingewiesen.

Zusätzlich zu diesem Besichtigungsprogramm konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer unter der Leitung von Präs. a. D. ÖR Hannes Herndl und Altbauernreferent Ing. Leopold Diwold die kulinarischen Genüsse Belgiens kennenlernen.

 

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