Agrar-Landesrat Max Hiegelsberger: ''Bildung überwindet Armut – Zusammenarbeit mit Oikocredit hilft nachhaltig''

Teilnehmer/innen aus Afrika vertieften Kenntnisse im Agrar-Management

Bildquelle: Land OÖ/Schauer

''Armut und Hunger bekämpft man am besten mit Bildung, die Zusammenarbeit zwischen dem Land Oberösterreich und der Entwicklungsgenossenschaft Oikocredit ist das beste Beispiel dafür'', erklärt Landesrat Max Hiegelsberger.

Elf Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus vier afrikanischen Ländern (Ruanda, Tansania, Kenia und Uganda) haben in den vergangenen zwei Monaten in den Landwirtschaftlichen Fachschulen Schlierbach, Waizenkirchen, Mauerkirchen, Otterbach und Schlägl ihre Kenntnisse im Agrar-Management vertieft. Am Donnerstag wurden in Schlierbach die Abschlusszertifikate verliehen.

Hilfe zur Selbsthilfe, Multiplikatoren im eigenen Land

''Mit Hilfe zur Selbsthilfe werden für die Menschen in Entwicklungsländern Zukunftsperspektiven geschaffen, durch selbstständige wirtschaftliche Tätigkeiten Existenzgrundlagen aufgebaut und persönliche Kompetenzen gestärkt'', betont Hiegelsberger. Erklärtes Ziel ist es, den Absolventinnen und Absolventen das notwendige Know-how mitzugeben, um langfristig auf eigenen Beinen stehen zu können. ''Sie geben in ihrer Heimat das erworbene Fachwissen weiter und fungieren so als Multiplikatoren in ihren Regionen.''

In den vergangenen Wochen stand der interkulturelle Austausch im Mittelpunkt – zwischen den Teilnehmerinnen und Teilnehmern, den Lehrenden sowie den Schüler/innen und durch gegenseitiges Kennenlernen und auch Einbindung in die Lehrabläufe. Hiegelsberger: ''Das Ausbildungsprogramm wurde in enger Zusammenarbeit erarbeitet, unter Berücksichtigung kultureller, regionaler wie ökologischer Notwendigkeiten, um den Anforderungen der Lebensumstände Rechnung zu tragen.'' Das Hauptaugenmerk wurde auf die Bereiche Betriebswirtschaft, Produktion, Vermarktung und Unternehmenskompetenz gelegt und umfasste neben den theoretischen Lehrinhalten auch Praxiseinsätze.

Das Land Oberösterreich hat im vergangenen Jahr 1,58 Mio. Euro für Entwicklungszusammenarbeit ausgegeben und damit 104 Projekte unterstützt. Heuer werden 1,66 Mio. Euro zur Verfügung gestellt. Darüber hinaus wurden 300.000 Euro an Hilfsmaßnahmen für die Erdbebenkatastrophe in Nepal gewährt. 2015 stehen damit in Summe knapp 2 Mio. Euro für Maßnahmen der Entwicklungszusammenarbeit zur Verfügung.

Oikocredit: Nachhaltig im Anlegen und im Wachstum

''Unser Geschäftsmodell erfreut sich bei sozial nachhaltigen Geldanlagen weltweit zunehmender Beliebtheit'', berichten die Vorstände von Oikocredit Austria, Friedhelm Boschert und Günter Lenhart. Die Zahl der vergebenen Kredite, der Anleger, der Kreditnehmer und der Projektpartner wächst. Ende 2014 war Oikocredit in 63 Ländern aktiv und zählte 805 Partnerorganisationen. Etwa 28 Mio. Menschen sind direkte oder indirekte Nutznießer der Darlehen. Das Projektfinanzierungportfolio wuchs um 24 Prozent auf knapp 735 Mio. Euro. Weltweit zählt die Genossenschaft 53.000 Anleger, die eine jährliche Dividende von derzeit maximal 2 Prozent erhalten. In den vergangenen vier Jahrzehnten wurden 2,1 Mrd. Euro an 1.670 Partnerorganisationen vergeben – mehr als die Hälfte davon in den vergangenen fünf Jahren.

Oikocredit refinanziert seit 40 Jahren Genossenschaften, Mikrofinanzinstitute und sozial ausgerichtete Klein- und Mittelbetriebe in rund 70 Ländern. ''Im Vordergrund stehen nicht nur die faire Vergabe von Darlehen und finanziellen Dienstleistungen, die Partner werden mit Beratung, Ausbildung und sozialem Wirkungsmanagement unterstützt'', so Boschert und Lenhart. Die Nähe zum Bereich Landwirtschaft besteht seit der Gründung von Oikocredit. Der österreichische Förderkreis agiert seit 1990.


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