Reden wir über Positives!

Seminarwochenende im Zeichen einer gewinnbringenden Kommunikation für die Landwirtschaft.

Die Gäste am Podium diskutierten mit den Teilnehmer/innen, wie eine erfolgreiche Kommunikation für mehr Verständnis und Wertschätzung der Landwirtschaft gegenüber aussehen kann (v.l.n.r.): Kommunikationstrainer LAbg. Wolfgang Stanek, Dr. Josef Ertl, Redak

Seminar-Wochenende im SPES Schlierbach mit Trainer LAbg. Wolfgang Stanek (1.v.r.): bei der Spontanrede bis zum Kriseninterview konnten die Werkzeuge einer gelungenen Kommunikation von den Teilnehmer/innen praktisch erprobt werden

Die Konsumentinnen und Konsumenten sind keine leeren Hüllen, sondern man muss sich auf ihre Sichtweise und ihre Sorgen einlassen. Das zeigt die Erfahrung, dass es mit Fakten alleine nicht gelingt, die Meinungsführerschaft in der Agrarbranche wiederzuerlangen. Es ist daher wichtig, Geschichten zu erzählen. Die OÖ Jungbauern haben sich im Rahmen des Ausbildungsprogramms EDUCA dem Thema „Öffentlichkeitsarbeit in der Landwirtschaft“ angenommen.

Kommunikation in der Landwirtschaft ist ein wichtiges Thema für die Interessenvertretung, als auch für die Bäuerinnen und Bauern selbst. In der Vergangenheit wurde das Thema allerdings oft den Verbraucher- und Umweltschutzorganisationen überlassen, das soll sich jetzt ändern. Der Arbeitsschwerpunkt „Öffentlichkeitsarbeit für die Landwirtschaft“ begleitet die OÖ Jungbauern durch das Jahr 2017. Startschuss stellte der Diskussionsabend zum Thema „Bäuerliche Interessenvertretung – (wie) werden wir gehört?“ am 10. Februar 2017 im SPES Schlierbach dar.

 

LAbg. Michaela Langer-Weninger, DI Anni Pichler, Redaktionsleiterin Bauernzeitung OÖ, Dr. Josef Ertl, Redaktionsleiter des Kurier OÖ, Mag. Johannes Mayr, Geschäftsführer von KeyQUEST Marktforschung in Garsten sowie LAbg. und Kommunikationstrainer Wolfgang Stanek beantworteten die Fragen der anwesenden Jungbäuerinnen und Jungbauern.

„Die Landwirtschaft hat sich einen Teil der Kompetenz abnehmen lassen, weil sie den Kontakt zum Konsumenten verloren hat“, so Johannes Mayr. Er schlägt einen neuen Weg der Kommunikation in der Landwirtschaft vor: „Entscheidend ist: was will der Konsument haben und wie kann man seine Bedürfnisse befriedigen. Aufklärung über die Produktion ist nicht das, was er wissen will.“ Auch Stanek stieß in dasselbe Horn und betonte, dass sachlich gute Argumente in der Kommunikation nicht funktionieren. „Gute Geschichten werden übers Herz verkauft und Emotionen werden am besten durch Bilder erweckt“, so der Kommunikationsexperte. Eine klassische Mostkost sei beispielsweise eine gute Möglichkeit die Bäuerinnen und Bauern vor Ort und ihre Erzeugnisse sympathisch zu präsentieren. Um gehört zu werden, müsse man auch die interne Bewusstseinsbildung heben, wie die bäuerliche Landtagsabgeordnete Michaela Langer-Weninger betonte: „Wir müssen selber wissen wofür wir stehen, was wir machen und das auch nach außen tragen. Die Begeisterung für den Beruf Landwirt muss spürbar sein. “ Der Journalist Josef Ertl, Redaktionsleiter des Kuriers in Oberösterreich, erklärte wie die Landwirtschaft in den Medien wahrgenommen wird. Er ortet eine massive politische Auseinandersetzung, in der zahlreiche Gruppen der Gesellschaft versuchen die Landwirtschaft an den Pranger zu stellen. „Wenn es die Bauernvertreter nicht schaffen in den Medien gut zu argumentieren, kommen die Bauern in die Defensive“, betonte der Chefredakteur.

Langer-Weninger appellierte an die Jungbauern: „Jeder kann etwas dazu beitragen, um als bäuerliche Interessensvertretung noch besser gehört zu werden:  Ohren offen haben, erklären und darstellen – im Interesse unserer Höfe.“

 

EDUCA: Bildungsprogramm für junge, politisch engagierte Menschen aus dem ländlichen Raum

 

Angebote für Weiterbildung zu schaffen ist ein zentrales Anliegen der OÖ Jungbauernschaft. Bereits zum 10. Mal wurde EDUCA – das Bildungsprogramm für die Jungbauernschaft – initiiert. Ziel ist die Förderung von politischem Engagement und Stärkung des Netzwerkes innerhalb der jungen Bäuerinnen und Bauern, über 230 Absolventinnen und Absolventen zählt EDUCA bereits in Oberösterreich. Entscheidungsträger/innen und Expert/innen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik begleiten das über mehrere Monate dauernde Programm mit ihrem Wissen und ihren Erfahrungen aus Theorie und Praxis. Ein praktisches Training für eine professionelle Rhetorik und Kommunikation runden das Programm im Bereich Persönlichkeitsentwicklung ab. 


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