Beseitigungen von Winterbegrünungen - Landwirtschaftskammer bemüht sich um praxisgerechte Lösung

Die letztwöchige Klarstellung der Agrarmarkt Austria, wonach Begrünungen zwingend vor einer allfälligen Behandlung mit Pflanzenschutzmitteln mechanisch zu beseitigen sind, hat in der Bauernschaft verständlicherweise zu Unmut und Unverständnis geführt.

Bildquelle: LK OÖ

„Die Landwirtschaftskammer OÖ fordert daher vom Ministerium für ein lebenswertes Österreich eine praxisgerechte Auslegung der Auflagen bei der ÖPUL-Maßnahme Begrünung von Ackerflächen“, erklärt Präsident Franz Reisecker.

 

Pflanzenschutzmittel zum Abtöten von Begrünungen werden von weiten Bevölkerungsschichten – allen voran den Umwelt-NGOs – sehr kritisch gesehen. Das Abtöten von Begrünungen, die durch Mittel aus Umweltprogrammen gefördert werden, ist grundsätzlich nicht erlaubt. Das wird EU-weit so sein und ist daher auch im Sinne eines gesellschaftspolitischen Gesamtkonsenses zu akzeptieren.

 

Unverständlich ist allerdings das Vorschreiben einer faktisch sinnlosen Bearbeitungsmaßnahme in bereits abgestorbenen Begrünungsbeständen. Eine allfällige nachfolgende Anwendung von Pflanzenschutzmitteln richtet sich ja nicht „gegen die Begrünung“ (die ist ja schon abgestorben), sondern allenfalls gegen die nach dem Begrünungszeitraum mit anderen Mitteln schwer bekämpfbare Verunkrautung.

 

Präsident Franz Reisecker fordert daher mit Nachdruck, dass ein Begrünungsaufwuchs, der vollständig durch Frost vernichtet bzw. abgestorben ist, keiner weiteren mechanischen Bearbeitungsmaßnahme bzw. Beseitigung bedarf. In diesem Fall sollte im Frühjahr der unmittelbare Einsatz von Pflanzenschutzmitteln zur Unkrautbekämpfung möglich sein.

 

„Die Landwirtschaftskammer OÖ hat sich immer intensiv um eine vernünftige und pragmatische Lösung bemüht. Ich setze alles daran, in diesem Problembereich in den nächsten Tagen gemeinsam mit dem Ministerium zu einer vernünftigen und praktisch umsetzbaren Regelung zu kommen.

Zu beachten ist, dass sowohl das Walzen von Begrünungen, aber insbesondere auch das Häckseln einen entsprechenden Dieselverbrauch und damit Treibhausgasemissionen nach sich zieht.

Unnötige Emissionen durch überflüssige Schritte der Bodenbearbeitung muss man einsparen. Diese machen insbesondere in einem Agrarumweltprogramm, das sich insbesondere dem Klimaschutz verschrieben hat, keinen Sinn,“ betont LK-Präsident Reisecker.


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