Forst-Landesrat Max Hiegelsberger zur Woche des Waldes: „Böden sind vielfältig, wertvoll und lebensnotwendig“

Vorrang für produktive Agrar- und Forstflächen

Bildquelle: Land OÖ/Killinger

Die Vereinten Nationen haben das Jahr 2015 zum internationalen „Jahr der Böden“ erklärt. Die Woche des Waldes von 8. bis 14. Juni greift dieses wichtige Thema auf und weist mit dem Motto „Unser Wald – fest verwurzelt“ auf die zentrale Bedeutung der Waldböden hin. „Es handelt sich um eine äußerst wichtige Lebensgrundlage“, betont auch Forst-Landesrat Max Hiegelsberger.

 

Auch die Böhmerwaldschule des Landes Oberösterreich stellt bei ihren waldpädagogischen Aktivitäten den Boden in den Vordergrund, das Thema wird für Schulklassen altersgerecht und spannend aufbereitet. „Nur wer selbst als Forscher/in tätig wird und Böden bestimmt, in der Erde nach Bodentieren gräbt und sie unter dem Mikroskop betrachtet, oder zum Beispiel blaue Tinte mit Hilfe des Waldbodens aus dem Wasser herausfiltert, wird begreifen, wie vielfältig, wertvoll und lebensnotwendig unsere Böden sind“, ist Landesrat Hiegelsberger überzeugt. Als anerkannter forstlicher Bildungsträger bietet die Böhmerwaldschule aber auch Workshops und Schulungen für Erwachsene an.

 

Essenzielle Lebensgrundlage

Böden sind eine essenzielle Lebensgrundlage sind. „Sie versorgen uns mit Nahrungsmitteln und Rohstoffen und sorgen für reines Trinkwasser, da sie sehr effizient und erfolgreich Schadstoffe filtern und dank der Bodenorganismen auch abbauen können“, erklärt Hiegelsberger. Es handelt sich um ein hochkomplexes, lebendiges System: In 30 Zentimetern Oberboden befinden sich pro Hektar bis zu 25 Tonnen Lebewesen.

 

Insbesondere die Waldböden regulieren durch ihr Speichervermögen den Wasserhaushalt und schützen vor Hochwassergefahren. Zusammen mit der Pflanzendecke sorgen sie auch für die Sauerstoffproduktion und leisten einen wesentlichen Beitrag zur Klimaregulierung. Vor allem die Wälder sind dabei von größter Bedeutung: Nach vorsichtigen Berechnungen sind im gesamten österreichischen Wald rund 1,2 Mrd. Tonnen CO2 in Bäumen und Sträuchern gespeichert. Dazu kommen weitere 1,7 Mrd. Tonnen, die in den Waldböden gebunden sind.

 

Nur geologisch gesehen erfolgt die Bodenbildung rasch. Im Vergleich zu einem Menschenleben ist der dafür benötigte Zeitraum aber unendlich lang. Die fruchtbaren Böden, die heute unsere Lebensgrundlage bilden, haben sich seit der letzten Eiszeit gebildet. „Der schonende und nachhaltige Umgang mit der Ressource Boden ist daher ebenso wichtig wie der verantwortungsbewusste Umgang mit Wasser oder anderen Ressourcen“, betont Landesrat Hiegelsberger.

 


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