Landesrat Max Hiegelsberger: "Unser Wald – nicht nur in der kalten Jahreszeit eine unverzichtbare Lebensader"

Holz: wichtiger Brenn- und Baustoff, essenziell für den Biomassesektor

Bildquelle: Land OÖ/Killinger

„Unser Wald ist nicht nur in der kalten Jahreszeit eine unverzichtbare Lebensader“, betont der zuständige Landesrat Max Hiegelsberger. Gerade in den vergangenen Jahren hat die Bedeutung von Holz als Brenn- und auch als Baustoff stetig zugenommen. Hiegelsberger erinnert daran, dass der Wald zudem die bedeutendste Rohstoffquelle für den Biomassesektor ist. „Schützen wir unsere ‚Grüne Lunge‘, sie ist die Antwort auf viele wichtige Fragen der Zukunft.“

Noch genügend ungenutztes Holz vorhanden

42 Prozent der Fläche Oberösterreichs sind mit Wald bedeckt, insgesamt 500.000 Hektar werden von rund 40.000 Waldbesitzerinnen und Waldbesitzern nachhaltig bewirtschaftet. „Der Holzvorrat beträgt 163 Mio. Festmeter, jährlich wachsen an diesem Kapital Zinsen in Höhe von 4,7 Mio. Festmeter zu“, berichtet der Landesrat. Etwa 3,9 Mio. Festmeter bzw. rund vier Fünftel des Zuwachses werden jährlich genutzt. Hiegelsberger: „Vor allem im Kleinwald könnte, ohne das Nachhaltigkeitsprinzip zu verletzen, durchaus mehr verwendet werden. In unseren Wäldern gibt es jedenfalls noch genügend ungenutztes Holz – sowohl für die Industrie als auch für die energetische Nutzung.“

Die Forst- und Holzwirtschaft ist vor allem im ländlichen Raum ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. „In Oberösterreich leben rund 70.000 Menschen direkt oder indirekt vom Wald. Die Branche ist mit einem jährlichen Exportüberschuss von 3,5 Mrd. Euro und einem Produktionswert von 12,0 Mrd. Euro eine wesentliche Stütze unseres Standortes“, betont Hiegelsberger. Gerade in der Baubranche ist Holz ein Fixbestandteil: 42 Prozent aller Hochbauten und 14 Prozent ihrer Nutzflächen werden überwiegend daraus errichtet (Zahlen 2013) – Tendenz weiter steigend.

„Ohne Wald keine Biomasse“, so der Landesrat zu einer weiteren essenziellen Nutzungsform. Der Anteil am Gesamtenergieverbrauch hat sich in den vergangenen 25 Jahren auf 17 Prozent verdoppelt. Holz deckt derzeit rund 80 Prozent der bundesweit eingesetzten Biomasse ab. Hiegelsberger: „Aktuell gibt es auf diesem Sektor mehr als 300 bäuerliche Nahwärmeanlagen.“ Sie erzeugen in den Gemeinden dezentral nachhaltige, heimische Wärme für etwa 6.000 Kundinnen und Kunden aus rund 800.000 Schüttraummeter Hackgut (zirka 325.000 Festmeter).

Klimawandel – eine Herausforderung für die Wälder

„Der Klimawandel erfordert Waldbestände, die mit den künftig höheren Temperaturen zurechtkommen“, betont der Landesrat. Durch die Umwandlung von standortswidrigen Fichtenreinbeständen in zukunftsfähige laubholzreiche Mischbestände wird das Risiko für künftige Katastrophen gesenkt und werden klimafitte Wälder geschaffen, die die Versorgung mit dem Bau-, Werk- und Brennstoff Holz weiter sicherstellen.

Im zu Ende gehenden Jahr schufen jedenfalls die anhaltende Hitze und Dürre ideale Bedingungen für den Borkenkäfer, das machte den Waldbesitzer/innen besonders zu schaffen. Hiegelsberger: „Wegen des extremen Wetters genügten wenige Tiere, um eine Fichte erfolgreich zu besiedeln und so zum Absterben zu bringen.“ Es war notwendig, zahlreiche Bäume wegen Sturmschäden und der folgenden Schädlingsinvasion zu fällen. „2015 sind wir mit einem blauen Auge davongekommen“, sagt der Landesrat und warnt gleichzeitig: „Wenn das Frühjahr 2016 nicht deutlich mehr Regen bringt, sind große Fichtenbestände in Gefahr.“

„Sensible Systeme nicht überfordern“

Die Wälder bieten durch ihre Vielfalt Lösungen für zahlreiche Herausforderungen. „Gleichzeitig sind sie sensible Systeme, die nicht überfordert werden dürfen“, betont Hiegelsberger. Sei es durch nicht standortangepasste Baumartenwahl, nicht sachgerechten Maschineneinsatz, zu hohe Wildstände oder auch durch überbordende Freizeitnutzung.


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