Biobauern brauchen stabile Rahmenbedingungen

Neue EU-Bio-Verordnung gefährdet Ausdehnung des Biolandbaus!

Bildquelle: LK OÖ

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Der Biolandbau ist das Premium-Segment der oberösterreichischen Landwirtschaft und hat damit eine sehr positive Zukunftsperspektive. Das zeigen nicht zuletzt die seit Jahren ständig steigenden Absatzzahlen im Bereich der Bio-Lebensmittel. Daneben wird die umweltorientierte und besonders nachhaltige Wirtschaftsweise im Rahmen des Biolandbaus von Konsumenten und Gesellschaft im höchsten Maße geschätzt.

„Der von der EU vorgelegte Entwurf für eine neue Bio-Verordnung gefährdet aber aktuell die kontinuierliche und positive Weiterentwicklung des Biolandbaus. Bewährte und praxistaugliche Ausnahmeregelungen müssen auch künftig erhalten bleiben“, fordert LK-Präsident ÖR Ing. Franz Reisecker deutliche Korrekturen am vorliegenden Kommissionsentwurf. „Die vorgeschlagenen Änderungen würden vor allem die bäuerliche Bio-Landwirtschaft treffen, aber gerade von dieser wurde die bisherige Aufwärtsentwicklung des Biolandbaus in der EU getragen.

 

Auslaufen bestimmter Ausnahmeregelungen wäre Rückschlag

Die zeitweilige Anbindehaltung von Rindern muss auch künftig erhalten bleiben, wenn den Tieren auch eine Auslaufmöglichkeit bzw. eine Weidehaltung angeboten wird. In Ausnahmefällen muss auch künftig der Einsatz von konventionellem Saatgut, Futtermitteln und Zuchttieren möglich sein, wenn keine entsprechende Ware in Bio-Qualität am Markt verfügbar ist. So ist z.B. das für bestimmte klimatische Bedingungen passende Saatgut nicht immer in Bio-Qualität verfügbar. „Eine tiefgreifende Änderung des EU-Bioreglements während des Verpflichtungszeitraumes der neuen ÖPUL-Periode 2015 – 2020 ist für die Biobetriebe keinesfalls akzeptabel, da die vorgeschlagenen neuen Auflagen gerade von kleineren Betrieben in der Praxis oft nicht umsetzbar sind“, betont LK-Präsident Reisecker.


Durchgehende Kontrollkette für Bioprodukte

Die österreichische Biolandwirtschaft hat in der Produktion eine durchgehende Kontrollkette, bei der jeder Biobetrieb mindestens ein Mal jährlich kontrolliert wird. Der von der EU vorgeschlagene risikobasierte Ansatz würde von diesem bewährten System abweichen. Die Sorge um Betrugsfälle mit Bio-Ware ist berechtigt. Daher werden Weiterentwicklungen im Bereich der Kontroll- und Prüfmaßnahmen grundsätzlich unterstützt. Abzulehnen ist jedoch der neue EU-Vorschlag, wonach die Verantwortung für allfällige Verunreinigungen praktisch ausschließlich auf die Biobauern übertragen werden soll. Aufgrund der Produktion in freier Natur ist eine Verantwortung bzw. Haftung des Biolandwirtes nur dann akzeptabel, wenn allfällige Probleme tatsächlich durch diesen selbst verursacht werden.

 

EU-Vorschlag bedarf dringender Korrektur

Der EU-Vorschlag für ein neues Bioreglement ist so keinesfalls akzeptabel und bedarf daher einer dringenden Korrektur. Das haben die EU-Agrarminister in ihrer letzten Sitzung Mitte Dezember in selten hoher Übereinstimmung mit der Bauernvertretung gegenüber der EU-Kommission klar gestellt. „Die steigende Nachfrage nach Bioprodukten muss auch künftig aus regionaler Produktion bedient werden können. Gerade für viele kleinere und mittlere bäuerliche Familienbetriebe bietet eine Umstellung auf den Biolandbau die Chance auch im Vollerwerb ein entsprechendes Einkommen erwirtschaften zu können. Die kontinuierliche und positive Weiterentwicklung des heimischen Biolandbaus darf keinesfalls durch eine abrupte Änderung der EU-Rechtsgrundlagen gefährdet werden“, warnt Kammerpräsident Reisecker und ergänzt: „Die bestehenden Regelungen der bisher geltenden EU-Bioverordnung haben sich in der Praxis bewährt und finden auch bei den Konsumenten eine hohe Akzeptanz, sodass hier kein dringender Änderungsbedarf gegeben ist“.


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