Brunner: Lebensmittelverschwendung geht uns alle an

Bäuerinnen für Bewusstseinsbildung mittels Lebensmittelbroschüre

Bildquelle: OÖ Bauernbund

Oberösterreich ist, was es isst: heimisch, frisch und g’sund. Regionalität, Qualität und Sicherheit bei Lebensmitteln sind das Werk der täglichen Arbeit unserer Bäuerinnen und Bauern. Kaum etwas anderes ist für uns lebensnotwendiger als die Verfügbarkeit von qualitativ hochwertigen Lebensmitteln. „Trotzdem landen jährlich rund 160.000 Tonnen Lebensmittel und Speisereste im Restmüll. Das macht einen Wert von über einer Milliarde Euro aus“, so die Landesbäuerin LAbg. Annemarie Brunner. "Das ist nicht nur ökonomisch und ökologisch, sondern vor allem ethisch-sozial bedenklich. Um die Berge von Lebensmittelabfällen zu verkleinern, müssen wir alle einen Beitrag leisten", weist Brunner auf die Lebensmittelbroschüre der oberösterreichischen Bäuerinnen hin. Diese informiert umfassend über Lebensmittel, mit Tipps zur Abfallvermeidung, regionalem Einkauf und Lebensmittelkennzeichnung.

 

Wer Lebensmittel einkauft, stimmt täglich darüber ab, welche Art von Landwirtschaft Zukunft hat. Der Griff zu regionalen und saisonalen Lebensmitteln sichert Arbeitsplätze und den Erhalt unseres Lebens- und Erholungsraumes. "Das beginnt beim bewussten Einkauf und mit einer höheren Wertschätzung der Lebensmittel. Wir alle sind gefordert, mit den uns zur Verfügung stehenden Ressourcen verantwortungsvoll umzugehen“, weist Brunner auf 300 Euro pro Jahr und Haushalt hin, welche in Form von Lebensmitteln im Müll landen.

 

Wir setzen auf Selbstverantwortung statt Überregulierung

"Nicht immer neue Gesetze und Vorschriften sondern die Bewusstseinsbildung bei Konsumenten und Handel sollen im Vordergrund stehen", setzt Brunner auf Selbstverantwortung statt Überregulierung. So müsse die gesamte Lebensmittelversorgungskette effizienter werden. "Vom Erzeuger über Verarbeiter und Handel bis zum Verbraucher sind alle gefordert, zuerst auf die Qualität und Regionalität zu achten und dann erst auf den Preis", kritisiert Brunner in diesem Zusammenhang die "oft unseriösen" Preisvergleiche von sozialdemo-kratischen Vertretern der Arbeiterkammer. Damit werden immer wieder die österreichischen Verarbeiter und Produzenten für ihre hohen Preise angeprangert und die Lebensmittel als Hauptpreistreiber für steigende Lebenshaltungskosten dargestellt. "Dies aber alles ohne die kleinbäuerlichen Betriebsstrukturen und die hohen Produktionsstandards zu erwähnen", fordert Brunner mehr Wertschätzung für heimische und regionale Lebensmittel. Tatsache ist auch, dass ein österreichischer Haushalt nur noch 12 Prozent seines verfügbaren Haushaltsbudgets für Lebensmittel ausgibt.

 

Gezielte Informationsprojekte, in denen die Konsumenten unter anderem über die Herstellung, den richtigen Gebrauch der Waren und die Bedeutung des Mindesthaltbarkeitsdatums aufgeklärt werden, sind für Brunner notwendig. „Denn offenbar ist der falsche Eindruck entstanden, dass ein abgelaufenes Mindesthaltbarkeitsdatum auf der Verpackung automatisch die Ungenießbarkeit des Lebensmittels bedeutet. Hier braucht es unbedingt eine bessere Aufklärung", so Brunner.


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