Vegane Ernährung ist nicht zwangsläufig gesünder

Test von Konsumentenschützern zeigt: Fleischlose Produkte sind weder gesünder noch nachhaltiger in der Erzeugung.

Bildquelle: Land OÖ/Grilnberger

Quelle: RollAMA Motivanalyse 2015/AMA-Marketing

Vegetarisch und vegan ist derzeit voll im Trend. Immer mehr Menschen wollen sich fleischfrei ernähren. Fünf Prozent der heimischen Bevölkerung leben mittlerweile vegetarisch oder vegan. Der Trend ist vor allem bei der jüngeren Generation groß.

Gesunde Ernährung sieht anders aus

Auch die Lebensmittelindustrie ist mittlerweile darauf aufgesprungen. Das wird im zunehmenden Angebot von Fleischersatzprodukten ersichtlich. Dieser Ernährungsstil wird als gesunde und nachhaltige Alternative beworben. Nun haben Konsumentenschützer diese fleischlosen ''Wurstprodukte'' überprüft und analysiert. Das Ergebnis: ''Gesunde Ernährung sieht anders aus'', betont Georg Rathwallner Leiter der Konsumenteninformation der AK OÖ.

Bei Fleisch- und Wurstwaren sind die Grundzutaten klar im Lebensmittelcodex festgelegt, während die Zusammensetzung der Wurstimitate nicht klar geregelt ist. Neben Wasser und Eiweiß gehört Palmfett oder ein anderes minderwertiges Pflanzenfett zu den Hauptbestandteilen. Um den Wurstgeschmack zu erzeugen, werden viele Zusatzstoffe wie Stabilisatoren und Verdickungsmittel, Aromen, Gewürzextrakte, Farbstoffe, Geschmacksverstärker und Hefeextrakte benötigt.

''Zudem ist der Salz- und Fettanteil und in der Folge der Kaloriengehalt hoch. In manchen Fällen enthalten die Wurstersatzprodukte Fett und Salz im gleichen Ausmaß wie ihre tierischen Vorbilder'', so Rathwallner.

Mehr als die Hälfte der getesteten Produkte weise durch den Einsatz von Palmöl auch eine hohen Gehalt an gesättigten Fettsäuren auf. Diese stünden im Verdacht, bei übermäßigem Verzehr das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall zu erhöhen.

Vegetarisch bedeutet nicht immer nachhaltig

Palmöl ist ein beliebter Rohstoff in der Lebensmittelproduktion, doch die Plantagen erfordern die Rodung von Regenwäldern. Zudem hätten solche Zutaten eine lange Reise hinter sich und seien daher unter ökologischen Gesichtspunkten kritisch zu bewerten.

''Es geht bei diesem Ernährungsstil nicht um Nachhaltigkeit, sondern um Profit. Dieser Test hat gezeigt, dass vegetarische und vegane Ernährung nicht zwangsläufig gesünder sein muss'', so Agrarlandesrat Max Hiegels­berger.

Ob klassischer Fleischesser, Vegetarier oder Veganer, wie man sich ernährt, bleibt jedem selbst überlassen. Tatsache ist, dass der Körper eine ausgewogene Ernährung braucht.  Besonders Kinder benötigen in der Wachstumsphase eine konsequente Nährstoffkombination.

''Außer Frage steht aber: Regionalität garantiert Qualität und Sicherheit. Und: Es geht um Wertschätzung entlang der gesamten Wertschöpfungskette – von der Ur-Produktion über die Verarbeitung bis hin zum Handel'', so Hiegelsberger.

 


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