LR LO Hiegelsberger: Faire Preise für die Landwirtschaft!

Milch- und Schweinebauern fahren wegen der schlechten Preise Verluste ein

Bildquelle: Land OÖ

Die ersten veröffentlichen Zahlen des Grünen Berichts 2015 zeigen, dass sich die Bauerneinkommen 2014 nicht erholt haben und sogar ein Minus von 5% im Vergleich zum Vorjahr ausweisen. Die Landwirtschaft hat damit zum dritten Mal in Folge Einkommenseinbußen zu verzeichnen. Dieser Trend setzt sich auch für heuer weiter fort. „Die Preise für Agrarprodukte sind heuer deutlich gefallen und befinden sich auf einem neuerlichen Tiefstand. Diese Entwicklung setzt die heimischen Landwirte massiv unter Druck“, zeigt sich der Landesobmann des Oberösterreichischen Bauernbundes, LR Max Hiegelsberger besorgt über die aktuelle Marktsituation. Die Ursachen für den weiteren Rückgang sind die sinkenden Preise bei Getreide, Öl- und Hackfrüchten sowie die geringeren Erträge aus der Schweinehaltung. Weiterhin wenig erfreulich zeigen sich die Obst- und Gemüsemärkte. Verschärft wird die angespannte Einkommenssituation in der Landwirtschaft im Vorjahr durch die europaweite Marktkrise, ausgelöst durch das russische Einfuhrverbot.

„Bei den Mastschweinepreisen sind wir mit einem Notierungspreis von 1,31 Euro auf einem Sieben-Jahres-Tief. Der Ausfall von Russland kostet unsere Bauern seit einem Jahr rund 20 Euro je Schwein“, erklärt Hiegelsberger. Ähnlich dramatisch ist die Situation bei den Milchbauern. Nach einem kurzen Preishoch im Jahr 2014 folgt heuer eine neuerliche Delle bei den Milchpreisen. „Mit knapp 30 Cent netto, die aktuell von den Molkereien bezahlt werden, können Österreichs Bauern aufgrund der nachteiligen Produktionsstruktur keine positiven Deckungsbeiträge mehr erwirtschaften“, betont Hiegelsberger.

Lebensmitteleinzelhandel ist gefordert

Im Vergleich dazu wird der Anteil des Einkommens der Österreicherinnen und Österreicher, der für Lebensmittel ausgeben wird, immer geringer. Der Preiskampf des Lebensmitteleinzelhandles zielt darauf ab, den Verbraucher zum Schnäppchenjäger zu erziehen. Die „Geiz ist Geil-Mentalität“ sorgt dafür, dass stets der niedrigste Preis und die beste Aktion gewählt werden. Die Kriterien wie Qualität und Herkunft der Lebensmittel bleiben hier zumeist auf der Strecke. Diese Vorgehensweise schadet der österreichischen Landwirtschaft enorm. Die Konsumenten können sich zwar kurzfristig über Dumping Preise freuen. „Klar muss aber auch sein – nur dort, wo eine erfolgreiche und flächendeckende Landwirtschaft stattfindet, können die Erwartungen der Gesellschaft auch erfüllt werden“, kritisiert der Bauernbund-Obmann die Aktionen des Lebensmitteleinzelhandels, welche zu Lasten der Bäuerinnen und Bauern gehen.

Auch in der Landwirtschaft sind die Bau- und Betriebskosten gestiegen. Und nebenher sollen – und wollen – die Landwirte die Kulturlandschaft pflegen und fürs Wohl ihrer Tiere sorgen. „Das alles kostet Geld. Deshalb müssen die Bauern auch einen angemessenen Preis für ihre Produkte bekommen“, fordert Hiegelsberger abschließend einen Schulterschluss von Lebensmitteleinzelhandel und Konsumenten mit der Landwirtschaft.


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