Hiegelsberger und Auer: Landwirtschaft ist Leben und Vielfalt!

Übergabe des ''Manifestes für flächendeckend bäuerliche Familienbetriebe'' an NR-Präsidentin Doris Bures bei der Eröffnung der Rieder Messe.

Bildquelle: BZ/Pichler

Binnen eines Jahres ist der Erzeugerpreis bei Milch um 25 Prozent zurückgegangen, der Notierungspreis für Mastschweine liegt derzeit auf einem Sieben-Jahres-Tief. Mit diesem Preisniveau ist längerfristig keine wirtschaftliche Milch- und Schweineproduktion in Österreich möglich. Insbesondere das vor einem Jahr erlassene russische Handelsembargo für EU-Exporte belastet weiterhin die Agrarmärkte. „Die Bäuerinnen und Bauern haben einen wesentlichen Stellenwert in der gesamten Volkswirtschaft, sie produzieren einwandfreie und frische Lebensmittel nach höchsten Qualitätsstandards“, hebt der Landesobmann des oberösterreichischen Bauernbundes, LR Max Hiegelsberger, die Leistungen der bäuerlichen Familienbetriebe hervor. Die derzeit schwierige Marktsituation, verschärft durch die anhaltende Trockenheit in den Sommermonaten, lassen für das heurige Jahr zum vierten Mal in Folge rückläufige Bauerneinkommen erwarten. „Eine flächendeckende bäuerliche Landwirtschaft, welche von der Gesellschaft geschätzt und erwartet wird, lässt sich mit der derzeitigen Einkommenssituation nicht aufrecht erhalten“, weist Hiegelsberger auf die teilweise existenzbedrohende Situation hin.

Nicht Billigst-, sondern Bestbieterprinzip beim Bundesvergabegesetz

Damit die breite Bevölkerung versteht, was die österreichische Landwirtschaft tagtäglich leistet, sind auch die Bundesregierung und das Parlament gefordert. „Dass es eine bäuerliche Landwirtschaft nur dann geben wird, wenn die Bauern auch ein wirtschaftliches Auskommen haben, ist eigentlich logisch. Ohne faire Preise für Milch oder Fleisch werden immer mehr Bauernhöfe zusperren müssen. In Zeiten wie diesen müssen wir froh sein, um unsere sichere Heimat und die sichere Versorgung mit kostbaren regionalen Nahrungsmitteln“, spricht sich der Bauernbund-Präsident NR Jakob Auer für mehr regionale Lebensmittel in der Gastronomie, aber auch in Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen oder beim Bundesheer aus. Beim Bundesvergabegesetz sei darauf zu achten, dass sich auch ökologische und regionale Kriterien niederschlagen. „Nicht das Billigst-, sondern das Bestbieterprinzip rechnet ein, dass die heimische Landwirtschaft regional und ökologisch, sondern auch arbeitsplatzschaffend produziert“, so Auer.

Aus diesem Anlass haben bei der heutigen Eröffnung der Rieder Messe LR Hiegelsberger und Präsident Auer gemeinsam mit LH Dr. Josef Pühringer an NR-Präsidentin Doris Bures ein „Manifest für flächendeckend bäuerliche Familienbetriebe“ übergeben. Als höchste Entscheidungsträgerin der Bundesgesetzgebung wird sie darin aufgefordert, sich für folgende Forderungen einzusetzen:

  • Klares Bekenntnis der Bundesregierung und der Bundesgesetzgebung für faire Erzeugerpreise.
  • Kostendeckende Preise und eine höhere Wertschätzung für eine nachhaltige Zukunft der Landwirtschaft.
  • Partnerschaft in der Wertschöpfungskette für Lebensmittel und einen fairen Anteil für alle Beteiligten.
  • Keine Schleuderaktionen mit Dumpingpreisen bei unseren hoch qualitativen Lebensmitteln.
  • Offensive für heimische Lebensmittel durch Stärkung regionaler und ökologischer Kriterien im Beschaffungswesen.
  • Wiederaufnahme von Gesprächen mit Russland mit dem Ziel der Aufhebung des Embargos für Agrarprodukte.
  • Gezielte und unbürokratische Erschließung neuer Exportmärkte um die heimische Agrarwirtschaft besser vor Krisen zu schützen.

Die bäuerlichen Familien stehen mit Begeisterung hinter ihren Betrieben und deren Bewirtschaftung. Das wird spürbar in der Qualität und Vielfalt unserer Lebensmittel, aber auch in der Schönheit unserer Kulturlandschaft. „Mit dem bewussten Einkaufen von heimischen Produkten kann eine nachhaltige, bäuerliche und ökologische Landwirtschaft auch in Zukunft gewährleistet werden“, weisen Hiegelsberger und Auer abschließend darauf hin, dass die wichtigsten Partner für die Bäuerinnen und Bauern die heimischen Konsumenten sind.

 


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