Beste statt billigste Lebensmittel auch für öffentliche Küchen

LK drängt auf rasche Umsetzung neuer Vergabebestimmungen

Bildquelle: LK OÖ

Der Nationalrat hat noch im Dezember mit einer Novelle des Bundesbeschaffungsgesetzes die Verankerung des Prinzips „Best- statt Billigstbieter“ für die Vergabe von Bauprojekten aber auch für die Beschaffung von Lebensmitteln beschlossen. Damit können beim Lebensmitteleinkauf durch öffentliche Einrichtungen auch wesentliche Qualitätskriterien wie Regionalität, Frische und Nachhaltigkeit mitberücksichtigt werden. „Die Küchen in Einrichtungen von Bund, Ländern und Gemeinden sind gefordert im Interesse der Konsumenten aber auch der Bauern die neuen Vergabebestimmungen nun rasch und konsequent umzusetzen“, betont LK-Präsident Franz Reisecker.

Heimische Tierschutz- und Produktionsstandards auch für Lebensmittelbeschaffung

Täglich werden in Österreich mehr als zwei Millionen Mahlzeiten in Verwaltungsgebäuden, Schulen, Internaten, Kasernen sowie Pflege- und Altersheimen konsumiert. Betroffen von der Neuregelung zur Lebensmittelbeschaffung sind Fleisch, Milch, Eier, Butter, Obst und Gemüse. Die Neuregelung erleichtert damit auch den direkten Bezug von Lebensmitteln bei bäuerlichen Produzenten und ermöglicht die gezielte Berücksichtigung heimischer Qualitätslebensmittel. Gerade bei Fleisch greifen öffentliche Verpflegungseinrichtungen nach wie vor noch oft zu billigeren Produkten aus dem Ausland, die nicht unter den in Österreich geltenden Tierschutzstandards produziert wurden. Ähnliche Unterschiede gibt es bei der Milch. Österreichische Milch und Butter stammen von Kühen mit garantiert GVO-freier Fütterung, das gilt jedoch nicht für Milch und Butter aus dem Ausland. „Die Beschaffungspraxis öffentlicher Küchen soll und muss sich daher nun möglichst rasch ändern. Es kann nicht sein, dass die öffentliche Hand von den bäuerlichen Produzenten höchste Produktions- und Qualitätsstandards einfordert, diese aber bei der eigenen Beschaffung von Lebensmitteln nicht zur Anwendung bringt“, betont Reisecker.

Wertschöpfung im Land halten

Aufgrund des steigenden außer Haus Verzehrs von Lebensmitteln geht es bei deren Beschaffung mittlerweile um ein erhebliches wirtschaftliches Volumen. Es wäre gerade in der aktuellen Situation wirtschaftlich verantwortungslos, wenn die öffentliche Hand bei der Beschaffung von Lebensmitteln weiter auf ausländische Billigangebote setzt, die zu Lasten der Qualität und zu Lasten der regionalen Wirtschaft sowie der heimischen Wertschöpfung gehen. Hier sind nun die Verantwortungsträger für und in den öffentlichen Küchen gefordert, dem Bestbieterprinzip in der Lebensmittelbeschaffung zum Durchbruch zu verhelfen. Gleichzeitig sind die Konsumenten eingeladen, von den öffentlichen Küchen und Verpflegungseinrichtungen konsequent heimische Lebensmittelqualität einzufordern. „Qualitativ hochwertigen Lebensmitteln muss nun auch von der öffentlichen Hand endlich Vorrang vor importierten Billiglebensmitteln gegeben werden“, betont Kammerpräsident Franz Reisecker und fordert weiter: „Die neuen Beschaffungsbestimmungen für Lebensmittel mit dem Bestbieterprinzip müssen mit einer weiteren Novelle des Bundesbeschaffungsgesetzes auch auf weitere Lebensmittel wie zB Getreideprodukte und Käse ausgedehnt werden“.


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