Naturschutz darf bäuerliche Landwirtschaft nicht verunmöglichen

Präsident Reisecker forderte vor der heutigen LK-Vollversammlung einen politischen Kraftakt gegen überzogene Natura 2000 Gebietsausweisungen.

Bildnachweis: LK OÖ

Ein neues Arbeitsdokument der Europäischen Kommission, das für Oberösterreich eine massive Ausweitung der Natura 2000-Gebiete um bis zu 200.000 Hektar vorsieht, sowie das zunehmende Auftreten von Wölfen waren wesentliche Diskussionspunkte der heutigen LK-Vollversammlung. „Die Landwirtschaftskammer OÖ spricht sich mit allem Nachdruck gegen die Umsetzung zusätzlicher Natura 2000-Gebietsausweisungen aus und fordert sowohl die Bundes-, als auch die Landesregierung auf, gegenüber der EU entschlossen gegen diese praktisch undurchführbaren und wirtschaftlich völlig unvertretbaren Vorschläge aufzutreten“, betont LK-Präsident Franz Reisecker vor dem heutigen Bauernparlament.

Vielfältige Kulturlandschaft ist Produkt der Landwirtschaft

Die Land- und Forstwirtschaft prägt die Vielgestaltigkeit der Kulturlandschaft unseres Bundeslandes und hat mit ihrer Bewirtschaftung in vielen Fällen erst die Grundlage für das Auftreten erhaltenswerter Schutzgüter geschaffen. „Der Erhalt der Bewirtschaftung ist daher in vielen Fällen auch die Voraussetzung für den Erhalt bestimmter Schutzgüter. Dies gilt insbesondere für die prägende Grünland- und Almwirtschaft unseres Landes. Allfällige Gebietsneuausweisungen sind unter Offenlegung aller fachlichen Unterlagen und der Sicherstellung eines transparenten und geordneten Begutachtungsverfahrens auf das absolut zwingende Minimum zu beschränken. Neben der Expertise von Naturschutzexperten müssen auch Agrar- und Forstexperten, sowie das praxisbezogene Wissen der Bäuerinnen und Bauern in allfällige Gebietsausweisungen und die Entwicklung von Schutzgebietskonzepten einbezogen werden“, so Präsident Reisecker.

Die Vollversammlung der Landwirtschaftskammer fordert insbesondere, dass für allfällige Neuausweisungen auch eine klare Interessensabwägung in Bezug auf die wirtschaftlichen Interessen der Bewirtschafter und den Schutz des Eigentums erfolgt. Schutzgebietserweiterungen dürfen nur im Einklang mit den Grundeigentümern und Bewirtschaftern erfolgen, sowie Schutzgebietskonzepte nur im Wege des Vertragsnaturschutzes auf Basis freiwilliger Vereinbarungen umgesetzt werden.

„Die Bundes- und Landespolitik sind daher gefordert, in dieser Angelegenheit gegenüber der Europäischen Kommission einen politischen Kraftakt zu setzen, um die Umsetzung der Natura 2000-Vorgaben sowohl in wirtschaftlicher als auch in administrativer Hinsicht praktikabel und machbar zu gestalten“, fordern die Mitglieder der Vollversammlung.

Regulierung des Wolfsbestandes erfordert Änderung einer EU-Naturschutz-Richtlinie

Erfahrungen aus der Schweiz und Frankreich zeigen klar auf, dass die Almbewirtschaftung mit der Anwesenheit von Wölfen nicht vereinbar ist. Auch mit einschlägigen Schutzmaßnahmen kommt es zu einer existenzbedrohend hohen Anzahl an Nutztier-Rissen. Die Etablierung eines flächendeckenden Wolfsbestandes in Österreich würde daher die Bauern zur weitgehenden Aufgabe der Almwirtschaft zwingen.

Zum Erhalt der reichen Alm-Biodiversität und des alpinen Tourismus ist eine strenge und konsequente Regulierung des Wolfsbestandes notwendig. Eine Zonierung des Lebensraumes ist beim Rotwild gelebte Praxis, der Wolf mit seinem weitaus höheren Konfliktpotenzial ist analog dazu ebenfalls regional einzuschränken.

Die Vollversammlung der LK Oberösterreich fordert den zuständigen Naturschutzlandesrat des Landes OÖ und die österreichische Bundesregierung auf, sich auf EU-Ebene für eine Änderung des Status des Wolfes in der FFH-Richtlinie (EU-Naturschutzrichtlinie) einzusetzen, um eine zweckmäßige Bestandsregulierung des Wolfes und wolffreie Zonen möglich zu machen.


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