Erfolgreiches Hofübernehmer-Seminar der OÖ Jungbauernschaft

Veröffentlicht von Leonhard Peterseil am

Jung und innovativ – so lässt sich das Hofübernehmer-Seminar der OÖ Jungbauernschaft und der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich zusammenfassen. Über 90 Teilnehmerinnen und Teilnehmer nutzten die Gelegenheit, sich intensiv mit den zentralen Zukunftsthemen der jungen Generation in der Landwirtschaft auseinanderzusetzen.

Kaum ein Prozess ist in landwirtschaftlichen Betrieben so sensibel und zugleich so entscheidend wie die Hofübergabe bzw. -übernahme. Die Herausforderungen reichen von zwischenmenschlichen Fragestellungen bis hin zu steuerlichen und rechtlichen Aspekten, insbesondere rund um den Übergabevertrag. Genau aus diesem Grund widmete sich die OÖ Jungbauernschaft beim Seminar drei zentralen Themenbereichen: rechtliche Do’s und Don’ts, Finanzierung und Förderung sowie Generationenkonflikte am Betrieb.

„Wir alle haben ein gemeinsames Ziel: Wir alle sind Zukunft Landwirtschaft“, betonte Jungbauernlandesobfrau Marlene Neuwirth gleich zu Beginn der Veranstaltung und unterstrich damit die große Bedeutung der jungen Generation für die heimische Landwirtschaft. Damit diese erfolgreich wirtschaften kann, braucht es eine gut vorbereitete und geordnete Hofübergabe. Ob durch individuelle Beratung oder gezielte Weiterbildungsangebote – jeder Schritt bringt angehende Hofübernehmerinnen und Hofübernehmer einer reibungslosen Übergabe näher. „Die Hofübernahme ist eine wesentliche Zukunftsentscheidung für landwirtschaftliche Betriebe. Der Prozess gehört daher sorgfältig geplant“, hob Bauernbunddirektor Wolfgang Wallner hervor und unterstrich damit die Bedeutung, Veranstaltungen wie diese zu nutzen. Die hohe Teilnehmerzahl im Raiffeisensaal war ein starkes Zeichen für das große Interesse an diesem Thema.

Gerade mit einer Übernahme wird die strategische Ausrichtung eines Betriebes häufig neu definiert. Dafür braucht es nicht nur die Unterstützung der übergebenden Generation, sondern auch passende Förderinstrumente. Programme wie die Niederlassungsprämie oder das Jungbauern-Top-Up bieten hier wichtige finanzielle Impulse, insbesondere bei Investitionen.

Rechtliche Klarheit als Fundament

Ein wesentlicher Baustein jeder Hofübergabe ist der Übergabsvertrag. Notar Dr. Josef Mursch-Edlmayr teilte mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern seine langjährige Erfahrung und zeigte typische rechtliche Fallstricke auf. Themen wie Wohnrechte für die Übergeber oder die Absicherung der jungen Generation wurden praxisnah erläutert.

„Die meisten Probleme treten nach meiner Erfahrung nicht im rechtlichen oder wirtschaftlichen Bereich auf, sondern im zwischenmenschlichen Bereich auf“, so Dr. Mursch-Edlmayr. Damit wurde deutlich: Neben klaren Verträgen ist vor allem eine offene Kommunikation entscheidend.

Kommunikation als Schlüssel zum Erfolg

Dass die Kommunikation zwischen den Generationen einer der wesentlichsten Aspekte der Hofübergabe ist, unterstrich auch MMag. Katharina Basziszta in ihrem Vortrag zum Nachfolge-Coaching. In ihrer Arbeit begleitet sie Betriebe im Übergabeprozess und unterstützt Familien dabei, Konflikte frühzeitig anzusprechen und konstruktiv zu lösen. Angebote wie das Nachfolge-Coaching der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich bieten hier wertvolle Unterstützung.

Finanzierung und Förderung im Blick behalten

Nach der Übernahme gilt es zudem, zahlreiche finanzielle Aspekte zu berücksichtigen. Mag. Stefan Schmalwieser, Agrarbetreuer bei der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich, informierte über die wichtigsten Punkte zu Finanzierung und Fördermöglichkeiten. Von der Niederlassungsprämie über Investitionsförderungen bis hin zu zinsgestützten Agrarinvestitionskrediten (AIK) – die Chancen sind vielfältig. Gleichzeitig wies er auf die Einhaltung von Richtlinien und Fristen hin, um Fördermöglichkeiten optimal nutzen zu können.

Praxisbericht aus erster Hand

Zum Abschluss gewährte Anna Daller einen persönlichen Einblick in ihre eigene Hofübernahme. Sie führt einen Legehennen-Betrieb und stellte diesen mit einer eigenen Nudelproduktion erfolgreich auf Direktvermarktung um. Zusätzlich nutzt sie ihre berufliche Erfahrung im Marketing für ihren Betrieb. Auf Social Media gibt sie unter dem Namen „Geflügelhof Daller“ Einblicke in ihren Alltag als Nebenerwerbsbäuerin und Unternehmerin.

„Damit wir in Österreich weiterhin eine der jüngsten Landwirtschaften Europas haben, ist es enorm entscheidend, die junge Generation weiterhin zu unterstützen – denn wir sind Zukunft Landwirtschaft und das braucht Innovation“, betonte Jungbauernlandesobfrau Marlene Neuwirth in ihrem Abschlussstatement. Mit dem erfolgreichen Hofübernehmer-Seminar setzte die OÖ Jungbauernschaft ein starkes Zeichen für die Zukunft der heimischen Landwirtschaft