Weltmilchtag: Wert heimischer Milch stärken – faire Preise und spürbare Entlastungen für unsere Bauern sichern

Veröffentlicht von OÖ Bauernbund am

OÖ Bauernbund setzt wichtige Schritte und fordert weitere Maßnahmen auf europäischer Ebene.

Anlässlich des Weltmilchtages am 1. Juni unterstreicht der OÖ Bauernbund die zentrale Bedeutung der heimischen Milchwirtschaft für Versorgungssicherheit, regionale Wertschöpfung und die Pflege unserer Kulturlandschaft. Gleichzeitig bleibt die wirtschaftliche Lage vieler Betriebe angespannt: Hohe Betriebsmittelkosten treffen auf vielfach unzureichende Erzeugerpreise.

Dem Bauernbund ist es gelungen, eine wichtige Entlastungsmaßnahme zu erzielen und vorzuziehen: Die Auszahlung des Agrardiesels erfolgt für das heurige Jahr bereits mit Jahresende.

„Das ist ein konkreter Erfolg für unsere Betriebe und ein wichtiges Signal in schwierigen Zeiten“, betont OÖ Bauernbund-Direktor Wolfgang Wallner. „Gerade angesichts massiv gestiegener Kosten für Treibstoff, Energie und Betriebsmittel zählt jede Entlastung. Dennoch braucht es weitere Schritte, damit unsere Milchbäuerinnen und Milchbauern wirtschaftlich überleben können.“

Kostenexplosion, Trockenheit und Preisdruck verschärfen die Lage

Die Milchwirtschaft steht aktuell unter mehrfacher Belastung: Neben den hohen Ausgaben für Energie, Treibstoff und Dünger wirkt sich auch die Trockenheit aus. Der immer noch viel zu wenige Niederschlag in vielen Regionen Oberösterreichs hat zu deutlich geringeren Futtererträgen geführt.

„Wenn das Futter knapp wird und gleichzeitig die Kosten steigen, geraten unsere Höfe finanziell massiv unter Druck“, erklärt OÖ Bauernbund-Landesobfrau LR Michaela Langer-Weninger. „Generell sind aktuell sowohl in der Milch- und Viehwirtschaft als auch im Ackerbau die geringen Erlöse und die gleichzeitig hohen Betriebsmittelkosten das größte Problem.

Europäische Maßnahmen notwendig – Entlastung bei Düngemitteln im Fokus

Neben nationalen Maßnahmen setzt sich der OÖ Bauernbund intensiv auf europäischer Ebene für spürbare Entlastungen ein. Ein zentraler Hebel liegt dabei im Bereich der Düngemittelkosten.

„Wir brauchen rasch wirksame Maßnahmen, um die Kostenbelastung zu reduzieren. Dazu gehört vor allem das Aussetzen des CO2-Grenzausgleichsmechanismus (CBAM) bei Düngemitteln“, fordert Langer-Weninger. „Hier müssen praxisnahe Lösungen geschaffen werden, damit unsere Betriebe im internationalen Wettbewerb nicht weiter benachteiligt werden.“

Langer-Weninger ergänzt: „Es ist entscheidend, dass Europa die Realität auf unseren Höfen erkennt. Entlastungen müssen dort ansetzen, wo sie unmittelbar wirken – und das ist bei den Betriebsmitteln. Nur so sichern wir die Zukunft einer flächendeckenden Landwirtschaft und Lebensmittelversorgung.“

Bewusstsein für regionale Lebensmittel weiter stärken

Der OÖ Bauernbund appelliert zudem an die Konsumenten, gezielt zu heimischen Milchprodukten zu greifen. Regionale Qualität, kurze Transportwege und nachhaltige Produktion seien klare Stärken, die es zu unterstützen gilt.

„Jede Kaufentscheidung ist auch eine Entscheidung für unsere heimischen Bauernfamilien“, so Wallner.

„Unsere bäuerlichen Betriebe leisten Enormes – sie verdienen faire Preise, Planungssicherheit und gesellschaftliche Wertschätzung“, betont Langer-Weninger abschließend. „Dafür setzen wir uns mit Nachdruck ein – in Oberösterreich, in Wien und auf europäischer Ebene.“