Weltmilchtag: Heimische Milchproduktion sichern – junge Hofübernehmer geben Zuversicht

Veröffentlicht von OÖ Bauernbund am

Anlässlich des Weltmilchtages besuchten Landesbäuerin Johanna Haider, Jungbauern-Landesobfrau Marlene Neuwirth und Agrar-Landesrätin Michaela Langer-Weninger zwei oberösterreichische Milchbetriebe, die beispielhaft für die Vielfalt und Innovationskraft der heimischen Landwirtschaft stehen.

Besucht wurde zunächst der Betrieb der Familie Kagerer, die auf Milchschafhaltung spezialisiert ist und die gesamte erzeugte Milch direkt am Hof verarbeitet und vermarktet. Der Familienbetrieb setzt dabei auf regionale Direktvermarktung mit eigener Selbstbedienungshütte und ergänzt den Betrieb zusätzlich mit Mutterkuhhaltung.

Der zweite Betriebsbesuch führte zum Milchviehbetrieb der Familie Minichberger mit rund 35 Milchkühen und eigener Nachzucht. Neben der klassischen Milchwirtschaft betreibt die Familie auch „Schule am Bauernhof“ und vermittelt Kindern Einblicke in die heimische Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion.

Die Funktionärinnen betonten dabei die große Bedeutung einer regionalen Versorgung mit hochwertigen Lebensmitteln. Gerade in herausfordernden Zeiten brauche es mehr denn je Bewusstsein für die Leistungen der heimischen Bauernfamilien und faire Rahmenbedingungen für die Landwirtschaft.

Ein besonderes Anliegen war den Teilnehmerinnen auch die Offenheit der bäuerlichen Betriebe gegenüber der Bevölkerung. Initiativen wie „Open Bauernhof“ würden zeigen, dass die Landwirtschaft nichts zu verstecken habe und mit Stolz und Transparenz arbeite.

„Der Weltmilchtag macht bewusst, wie wertvoll unsere heimische Milchproduktion ist. Unsere Bäuerinnen und Bauern sorgen tagtäglich für hochwertige Lebensmittel, pflegen die Kulturlandschaft und wirtschaften mit großer Verantwortung. Wer regionale Milch kauft, stärkt Versorgungssicherheit, Wertschöpfung und Arbeitsplätze in Oberösterreich“, betont Landesbäuerin Johanna Haider.

Agrar-Landesrätin Michaela Langer-Weninger verweist auf die wirtschaftlichen Herausforderungen vieler Höfe: „Unsere Milchbetriebe stehen massiv unter Druck – hohe Betriebsmittelkosten, steigende Auflagen und volatile Märkte belasten die Familienbetriebe enorm. Umso wichtiger ist es, dass wir regionale Produktion absichern, faire Preise ermöglichen und die Wertschätzung für heimische Lebensmittel weiter stärken.“

Für Jungbauern-Landesobfrau Marlene Neuwirth ist vor allem die nächste Generation ein positives Signal für die Zukunft: „Es freut mich besonders zu sehen, dass junge Menschen bereit sind, Verantwortung zu übernehmen und die Höfe weiterzuführen. Gerade Formate wie ‚Open Bauernhof‘ zeigen, dass wir stolz auf unsere Arbeit sein können. Transparenz schafft Vertrauen – und genau das braucht eine moderne Landwirtschaft.“

Die Besuche verdeutlichten eindrucksvoll, wie unterschiedlich und zugleich innovativ die heimische Milchwirtschaft aufgestellt ist – von der klassischen Milchviehhaltung bis hin zur spezialisierten Direktvermarktung. Gleichzeitig wurde einmal mehr klar: Regionale Lebensmittelproduktion braucht gesellschaftliche Wertschätzung, faire Rahmenbedingungen und eine starke Unterstützung der bäuerlichen Familienbetriebe.

Bericht Mühlviertel TV:
https://www.muehlviertel.tv/beitraege/betriebsbesuch-zum-weltmilchtag-und-open-bauernhof-in-engerwitzdorf/