Treffpunkt Bauernhof: Dürre, Hofübernahmen und faire Wettbewerbsbedingungen im Fokus

Veröffentlicht von OÖ Bauernbund am

Die Landwirtschaft stand in St. Ägidi/Bezirk Schärding einen ganzen Tag lang im Mittelpunkt. Zum „Treffpunkt Bauernhof“, einer Diskussionsrunde der Jungbauernschaft sowie einem Informationsabend kamen zahlreiche Agrarvertreter, Landes- und Nationalratsabgeordnete sowie interessierte Bäuerinnen und Bauern zusammen.

Mehr als 300 Altbäuerinnen und Altbauern folgten der Einladung der Altbauerngemeinschaft Schärding mit Bezirksobmann ÖR Eduard Paminger zum Treffpunkt Bauernhof in der Halle der Erzeugergemeinschaft Sauwald-Erdäpfel.

Bereits am Nachmittag nutzten viele Besucher die Gelegenheit, die neue Aufbereitungs- und Kühlhalle der Erzeugergemeinschaft bei einer Führung mit Mitbegründer ÖR Eduard Paminger und Geschäftsführer Martin Paminger zu besichtigen. Die Erzeugergemeinschaft produziert und vermarktet jährlich rund 1.300 Tonnen Sauwald-Erdäpfel.

Anliegen der jungen Generation

Bei einer eigenen Austauschrunde präsentierte die Jungbauernschaft Schärding ihre Anliegen an Bauernbund-Präsident DI Georg Strasser, Bauernbund-Landesobfrau LR Michaela Langer-Weninger und Nationalrat Manfred Hofinger.

Neben den aktuellen Herausforderungen durch Dürre und Grundfutterknappheit stand vor allem die künftige Ausgestaltung der EU-Agrarpolitik ab 2027 im Mittelpunkt. Die jungen Betriebsführer forderten, Jungübernehmer auch künftig ausreichend zu unterstützen.

„Hofübernahmen müssen für die nächste Generation leistbar bleiben. Dafür braucht es auch in der kommenden EU-Agrarperiode gezielte Unterstützung für Junglandwirte“, wurde in der Diskussionsrunde betont.

Ehrengäste vlnr.: NR Wöginger, LAbg. Prügl, Diebetsberger, LAbg. Grünberger, Etzl, LR Langer-Weninger, Dir. Wallner, ÖR Paminger, Präs. Strasser, Obm. Höller, Bgm. Paminger, NR Hofinger, Paminger.

Dürre belastet bäuerliche Familien

Zum Informationsabend ab 19:30 Uhr lud Bauernbund-Bezirksobmann Franz Höller.

Als Ehrengäste konnten Nationalrat Manfred Hofinger, Nationalrat August Wöginger, Landtagsabgeordnete Barbara Prügl, Landtagsabgeordneter Florian Grünberger, Bauernbund-Direktor Ing. Wolfgang Wallner sowie Bürgermeister Klaus Paminger begrüßt werden.

Die vorherrschenden Themen waren die anhaltende Dürre und die schwierige Versorgung der Betriebe mit ausreichend Futter für ihre Tiere.

„Bauernfamilien sind Hauptbetroffene der anhaltenden Dürre und des Klimawandels. Wo normalerweise das Futter für die Kühe wächst, sind heute vielfach nur mehr verbrannte Flächen zu sehen“, schilderte Bauernbund-Präsident Georg Strasser die aktuelle Situation.

Gleichzeitig verwies Strasser auf die wichtige Rolle der Landwirtschaft beim Klimaschutz: „Wir Bäuerinnen und Bauern gehören zu den wenigen Berufsgruppen, die bei ihrer täglichen Arbeit auch CO₂ binden. Wir produzieren hochwertige Lebensmittel, bauen Humus auf, bewirtschaften unsere Wälder und erhalten wertvolle Lebensräume. Wir Bäuerinnen und Bauern ist ein unverzichtbarer Teil der Lösung.“

Faire Bedingungen für heimische Betriebe

Ein weiteres Thema waren die angekündigten verstärkten Kontrollen von Lebens- und Futtermittelimporten aus Drittstaaten.

„Unsere Bäuerinnen und Bauern erfüllen hohe Standards im Umwelt-, Gewässer- und Pflanzenschutz. Diese Standards müssen auch für importierte Produkte gelten und konsequent kontrolliert werden“, unterstrich Strasser.

Zugleich sprach er sich für eine starke gemeinsame europäische Agrarpolitik aus: „Wir befürworten eine einheitliche EU-Agrarpolitik mit vergleichbaren Produktions- und Förderbedingungen. Das österreichische Umweltprogramm ist dabei eine unverzichtbare Säule für unsere Betriebe und für die Gesellschaft.“

LR Michaela Langer-Weninger – Rasche Hilfe gefordert

Angesichts der dramatischen Trockenheit forderte Bauernbund-Landesobfrau und Agrar-Landesrätin Michaela Langer-Weninger rasche Unterstützung für die betroffenen Betriebe.

„Diese Dürrekatastrophe hat eine völlig neue Dimension. Das Schadensausmaß übertrifft alles, was wir in den vergangenen Jahren erlebt haben, und bringt zahlreiche bäuerliche Familienbetriebe in ihrer Existenz unter Druck“, erklärte Langer-Weninger.

Neben Unterstützungen bei Betriebsmittelkrediten brauche es weitere Entlastungen: „Wir fordern die Aussetzung der Sozialversicherungsbeiträge für ein Quartal. Damit schaffen wir dringend notwendige Entlastung für unsere landwirtschaftlichen Betriebe und sichern zugleich die Versorgung mit heimischen Lebensmitteln.“

Der Informationsabend zeigte einmal mehr, dass die Herausforderungen für die Landwirtschaft groß sind. Gleichzeitig wurde deutlich, dass die bäuerlichen Familienbetriebe auf konkrete Unterstützung und verlässliche Rahmenbedingungen setzen, um auch künftig eine sichere Versorgung mit regionalen Lebensmitteln gewährleisten zu können.

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